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Titel119

Antworten

Katarina Barley, multiple Persönlichkeit. – Natürlich wussten wir, wer Sie sind, Dank Twitter jetzt auch, wie viele. Bleiben wir bei der dort angegebenen Reihenfolge zu ihrer Person: Feministin, Sozialdemokratin, Juristin, Trierer Bundestagsabgeordnete, Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz. Aber sind Sie nicht noch mehr? Fehlt da nicht noch etwas? Sind Sie nicht am Sonntag, 9. Dezember 2018, in Berlin von der Europadelegiertenkonferenz mit 192 von 194 Stimmen auf Platz eins der Kandidatenliste und damit zur Spitzenkandidatin der deutschen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gewählt worden? Verantwortlich für diesen Twitter-Auftritt ist laut Impressum der Stellvertretende Leiter Kommunikation beim SPD-Parteivorstand. Lassen Sie ihn strammstehen. Wir aber vermerken, dass Sie in Ihrer Bewerbungsrede zu einem »Kampf für Europa« aufgerufen haben.

 

Pedro Poroschenko, ukrainischer Putschistenpräsident. – Sie haben ein Gesetz unterzeichnet, das nunmehr auch all jenen Mitgliedern der nationalistischen Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) Veteranenstatus und entsprechende Privilegien gewährt, die in der ersten Hälfte der 1940er Jahre in der Bandera-Organisation mit den deutschen Nazis kollaboriert und an Pogromen und Massakern teilgenommen haben. Das passt in das Bild, das die Weltöffentlichkeit inzwischen von Ihnen hat. Sie machen sich ja nicht nur mit Neonazis und kriminellen Milizionären gemein. Schon vor Ihrem Amtsantritt galten Sie als einer der korruptesten Oligarchen der Ukraine, Milliardär mit US- und EU-Segen. Seither haben Sie Ihre Einkünfte verzwölffacht. Sie wissen Ihr Amt zu schätzen und wohl auch zu nutzen. Darum haben Sie als reichlich chancenloser Kandidat der Wahl im März mal eben ein bisschen Kriegsrecht verhängt. Falls Sie trotzdem durchfallen, schützt Sie nun eine dankbare Neonazi-Prätorianergarde vor ihrer mörderischen Oligarchen-Konkurrenz.

 

Carl Fortlage, früher Tourist durch die Sächsische Schweiz. – In Ihrem (bisher unveröffentlichten) Reisebericht von 1827 schildern Sie anschaulich, wie Sie als Student zusammen mit zwei Kommilitonen von Berlin aus nach Dresden und Prag reisten. Zu Fuß gelangten Sie von Pirna über Bad Schandau durch das Elbsandsteingebirge nach Böhmen. Es war die Zeit, in der die Region für den Tourismus erschlossen und den Wanderern ihr Weg durch den Bau erster Gasthäuser und den Ausbau der Wege erleichtert wurde. Markante Punkte erhielten Namen. Auf den Gipfeln und an den schönsten Aussichtspunkten lagen »Fremdenbücher« aus, in denen man sich verewigen konnte. Sie ergötzten sich an manchen witzigen Eintragungen. So zum Beispiel bei dem großen Felsentor, das im Volksmund »Kuhstall« genannt wurde, vermutlich weil die Bauern der Umgebung während des Dreißigjährigen Krieges hier ihr Vieh vor marodierenden Soldaten versteckt hatten. In dem Fremdenbuch fanden Sie folgenden Vers eines von der landschaftlichen Schönheit überwältigten Besuchers: »Es ist geschehen, es ist geschehen / Ich habe den göttlichen Kuhstall gesehen.« Der Mühe, auf diesen Ausruf höchster Begeisterung die angemessene Antwort zu finden, enthob uns der nächste Verseschmied. Er schrieb: »Ich hab es gelesen, ich hab es gelesen: Es ist ein Ochse im Kuhstall gewesen.«

 

Elmar Brok, EU-Außenausschuss-Vorsitzender. – Der angekündigte Abzug der US-Truppen aus Syrien lässt antirussische Hetzer wie Sie nicht ruhen: »Das kann einen neuen Krieg in Syrien bedeuten, zumal der alte noch gar nicht richtig beendet ist. Der Westen gibt auf durch Amerika und das bedeutet, dass die gesamte Region des Mittleren und Nahen Ostens in die Hand von Russland und Iran übergeben wird. Dies ist eine machtpolitische Katastrophe. Dies ist eine große Niederlage des Westens.« In Hirne wie Ihres geht einfach nicht hinein, dass Syrer, Russen, Türken und sogar viele Kurden im US-Abzug endlich eine Chance für Frieden sehen. Machtpolitische Katastrophen sind nur Volksvertreter wie Sie.

 

Ursula von der Leyen, Kriegsministerin. – Die Entscheidung von US-Präsident Trump, seine Truppen aus Syrien zurückzurufen, gibt Ihnen »Anlass zur Sorge«. Besagte Truppen sind bekanntlich über Syrien hergefallen, ohne ein UN-Mandat zu haben oder von der syrischen Regierung eingeladen worden zu sein. Wir nehmen zur Kenntnis, dass Ihr Verständnis vom Völkerrecht nicht einmal so weit reicht wie Donald Trumps Bescheidenheit und Selbstkritik. Ihr Rechtsnihilismus besorgt uns.