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Titel1619

Friedensökologie Fridays for Future  (Veit Noll)

Viele Gründe habe ich gegen Krieg und Rüstung für Frieden und Abrüstung vorzubringen, die friedensökologische Dimension ist eine davon.

 

Selbst in dem kleinen Ort Salzwedel demonstrierte unlängst eine Gruppe Jugendlicher gegen die drohende Klimakatastrophe. Ich war an einem Freitag gerade dabei, Feierabend zu machen, und stand mit meinem Fahrrad vor dem Büro, um nach Hause zu fahren. Ich bin Jahrgang 1962, eine etwas jüngere Frau sprach mich an, ob ich denn die Kids nicht unterstützen mag. Doch ich will.

 

»Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr ...«. Wer ist ihr?

 

Wenn ich in meinem Leben selbst etwa 700.000 Kilometer mit Benzinauto und Motorrad gefahren bin, so meist aus Notwendigkeiten heraus. Darüber hinaus bin ich mit anderen im Auto mitgefahren, auch mit Bus und Bahn. Gut, zwei Flüge nach dem minoischen Kreta und zwei nach dem alten Irland habe ich zu vertreten. Nun hörte ich, dass die Antwort der herrschenden Politik darin bestehe, Steuern zu erhöhen. Die Methode greift ganz sicher zu kurz. Die Energiegewinnung aus Braunkohle einzustellen ist sicher richtig.

 

Die Stahlproduktion und die Beton- beziehungsweise Zementproduktion sind für starke CO2-Emissionen verantwortlich. Für Krieg und Militär benötigt man »besten« Stahl auch für Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Über- und Unterwasserschiffe. Die Fahrzeuge werden meist mit einem starken Dieselmotor angetrieben. Für Start- und Landebahnen benötigt man Beton. Auch militärische Deckungen werden als Betonbunker gefertigt. Auf dem Flugplatz Laage bei Rostock kann man die enormen Start- und Landebahnen, geschlossene Deckungen für Flugzeuge und Kraftfahrzeuge sehen. Neuerdings soll in den Ausbau der Infrastruktur der Verkehrswege nach Osteuropa massiv investiert werden. Augenscheinlich geht es dabei um den Ausbau der für das Militär nutzbaren Infrastruktur. Der Transport des Militärs und dessen Ausrüstung in die Welt ist nicht CO2-neutral. Nach der Verfassung (Grundgesetz) und dem Strafgesetzbuch hat das Militär der BRD in dem zerschlagenen Jugoslawien, Afghanistan und Afrika nichts zu suchen.

 

Praktikable ökologische Sofortmaßnahmen sind: der sofortige Stopp der Rüstungsproduktion, unter anderem Panzer, U-Boote, Schiffe; der sofortige Stopp des militärischen Ausbaus der Infrastruktur im NATO-Gebiet; die Rückholung aller NATO-Truppen aus dem Ausland auf dem ökologisch günstigsten Weg in das jeweils eigene Land; die NATO erklärt ihr eigenes Gebiet zur Flugverbotszone für eigene militärische Flüge per Moratorium und fordert andere militärisch bedeutsame Staaten auf, es ihr gleichzutun; Flüge der NATO-Truppen außerhalb ihres Gebietes sind einzustellen; die Truppen bleiben in den Kasernen, militärische Übungen sind untersagt.

 

Diese Grundrichtung ökologischen Friedens lässt sich ausweiten und vertiefen. In jedem Fall werden unter anderem CO2-Ausstoß, Energie und Rohstoffe gespart.

 

Die enormen Rüstungsausgaben und Militärbestände an Kriegsgerät und Mannschaften der NATO einschließlich der USA übersteigen die von Russland und China zusammen bei weitem. So ist mein Vorschlag, dass die NATO Vorreiter einer Entmilitarisierung sein muss, vor ihrer baldigen Auflösung.

 

Für Rüstungskonversion muss Sorge getragen werden. Die Unternehmen konnten sich schon lange darauf einrichten. Krieg und Rüstung schädigen das Gemeinwohl. Die Mitarbeiter der Rüstungskonzerne sind in friedfertige Tätigkeiten umzulenken. Auch sind Nord- und Ostsee von der versenkten Weltkriegsmunition zu säubern. Die Soldaten können ihre Kräfte einstweilen bei der Aufforstung, dem Pflanzen von Bäumen und deren Bewässerung einsetzen.

 

 

Veit Noll arbeitet als Rechtsanwalt in Salzwedel. Zuletzt erschienen von ihm zwei Bände zu Quellen in der Reihe Johann August von Einsiedel (1754–1837) – Leben, Denkweise und Quellen 2017 und 2019. Der Friedensphilosoph und Afrikaforscher August von Einsiedel war ein Freund Herders und Goethes.