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Der Mythos vom islamistischen Terror  (Elias Davidsson)
Um den Zweck der Anschläge des 11. September 2001 zu verstehen, muß dieses Ereignis geschichtlich mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Blocks in Beziehung gesetzt werden. Dieser wurde weitgehend als friedensfördernd begrüßt. Die Völker erwarteten nun eine Friedensdividende: Eine erhebliche Reduzierung des militärischen Haushalts und das Ende der NATO. Für den Imperialismus war das Verschwinden des sowjetischen Feindbildes allerdings eine erhebliche politische und finanzielle Bedrohung: Eine Auflösung der NATO konnte den politischen Zusammenhalt der westlichen kapitalistischen Staaten schwächen, und die Rüstungsindustrie bangte um ihren Profit.

Zur Aufrechthaltung der NATO und des militärisch-industriellen Komplexes mußte also dringend ein neues Feindbild gefunden oder erfunden werden. Da kein Staat nach 1990 dieses Bedürfnis erfüllte, galt es, einen Feind zu erfinden, der wie einst der Teufel da auftauchte, wo es den Machthabern am meisten nutzte. Zum neuen Teufel des Westens wurde eine behauptete Verschwörung von fanatischen Muslimen, die die Welt durch Terrorismus zur Islamisierung zwingen wollen – kurz gesagt: ein weltumspannendes islamisch-terroristisches Netz, das seine mutmaßlichen Schläfer nach Bedarf aktivieren könne. Da Muslime in praktisch jedem Land leben, könne der Feind überall und plötzlich auftauchen. Das Geniale daran war die Erkenntnis, daß sich die größten Ölreserven des Planeten in überwiegend islamischen Ländern befinden. Das Feindbild erlaubt damit dem Westen, ölreiche Staaten als Unterstützer des Terrorismus zu bezeichnen, um einen Angriffskrieg gegen sie zu legitimieren. Diese Feindbildthese kann zwar (noch) nicht durch Unterlagen nachgewiesen werden, aber erscheint im historischen Rückblick höchst plausibel.

Zur Erinnerung: Westliche Geheimdienste finanzierten den Kampf der sogenannten arabischen Afghanen im Krieg gegen die Sowjetunion. Diese Kämpfer wurden nach dem Sieg der Taliban arbeitslos. Westliche Geheimdienste, besonders die CIA und das britische MI5, sahen sie als Basis einer islamischer Miliz, die zur Destabilisierung in verschiedenen Ländern eingesetzt werden könnte. Viele dieser Kämpfer wurden von der CIA und dem britischen MI5 nach Bosnien, Tschetschenien, Algerien, auf die Philippinen und später auch in den Kosovo und nach Mazedonien gebracht, um gegen die »Ungläubigen« zu kämpfen. Es sei hier dahingestellt, ob oder in welchem Maße sich diese Leute aus religiöser Überzeugung oder aus materiellen Gründen rekrutieren ließen. Aus der Sicht der westlichen Mächte waren diese Muslime nützliche Söldner, die dann später im Schlachtfeld starben oder zu Terroristen umdefiniert und nach Guantanamo gebracht wurden.

Die Instrumentalisierung der islamischen Kämpfer seitens westlicher Geheimdienste zeigt, daß diese nicht als eine Bedrohung, sondern als Aktivposten für den Imperialismus wahrgenommen wurden. Sie halfen daher auch bei der Formung des neuen Feindbildes.

Das erste Ereignis, das dazu diente, das neue Feindbild dem Publikum aufzudrängen, war 1993 der Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York. Der Anschlag wurde von dem FBI V-Mann Emad Salem initiiert. Er erklärte vor Gericht, das FBI hätte ihm versprochen, die Bombe durch ein harmloses Pulver zu ersetzen, das Versprechen aber nicht eingehalten. Da er seine Telefonate mit der FBI aufzeichnete, konnte er seine Behauptung beweisen. Obwohl die Teilnahme des FBI kein Geheimnis ist, spielten Massenmedien die Rolle des FBI bei den Anschlägen herunter oder verschwiegen sie. In der Öffentlichkeit entstand erstmals die Gefühlslage, daß Muslime die USA durch Terror gefährden.

Das Feindbild vom islamistischen Terrorismus wurde in den folgenden Jahren durch weitere Terroranschläge bestärkt, die gegen die USA gerichtet schienen. Die Anschläge auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania 1998 sind dafür Beispiele, obwohl die meisten Opfer keine Amerikaner waren. Offiziell werden diese Anschläge der Al-Kaida und Osama Bin Laden zugeschrieben. Die Rolle des ehemaligen ägyptischen Offiziers Ali Mohammed, der für die CIA, das FBI und das amerikanische Militär tätig war, wird dabei heruntergespielt. Die Biographie dieses amerikanischen Agenten, der die Anschlagsorte in Ost-Afrika ausspähte, liest sich wie ein Thriller: Während seiner Tätigkeit bei den Spezialkräften der US Army in Fort Bragg fuhr er in seinen Ferien mit Wissen seiner Vorgesetzten nach Afghanistan, um Osama Bin Laden zu helfen. Er verließ später die US Army ehrenhaft. Ein ganzes Buch wurde ihm bereits gewidmet.

Durch die mediale Verbreitung der kämpferischen Erklärungen Osama Bin Ladens in den Jahren 1996 und 1998 wurde das neue Feindbild einer Gefahr für die westliche Zivilisation gefördert. Ob Bin Laden seine Erklärungen aus eigener Überzeugung oder als Agent provocateur herausgab, sei hier dahingestellt. Jedenfalls dienten sie vorzüglich zur Förderung des Mythos vom gewaltbereiten Islam als Herausforderung des christlichen Westens.
Durch diese Tätigkeiten wurde der Boden für die Rezeption der »9/11«-Legende vorbereitet. Als die Anschläge des 11. September 2001 stattfanden, war die öffentliche Meinung im Westen reif für die offizielle Version von neunzehn islamistischen Terroristen. Die Legende fiel auf fruchtbaren Boden und wurde kaum hinterfragt. Sie wirkt bis zum heutigen Tage auf erhebliche Teile der westlichen Bevölkerung.

Auch die Operation 9/11 wurde mit Hilfe angeheuerter islamistischer Stümperer inszeniert. Sie wurden hauptsächlich aus Saudi-Arabien in die USA »importiert«, um der terroristischen Verschwörung eine Scheinrealität zu schenken. Die rekrutierten Kämpfer verhielten sich auffällig, wurden mehrmals wegen Vergehen wie zu schnellen Fahrens von der Polizei angehalten und hinterließen eine Elefantenspur von Belegen über ihre Einkäufe, Tätigkeiten und Reisen. Sie amüsierten sich genüßlich in Las Vegas und Florida. Interessanterweise ist das FBI nicht bereit, ihre Identität eindeutig festzustellen. Ihre Namen befinden sich auf keiner beglaubigten Passagierliste der mutmaßlichen Todesflüge des 9/11. Was aus ihnen nach dem 11. September geworden ist, bleibt ein amerikanisches Staatsgeheimnis. Mit der Operation 9/11 gelang es den USA, dem UN-Sicherheitsrat das Feindbild vom islamistischen Terrorismus als »eine der größten Bedrohungen des Friedens und der Sicherheit« zu verkaufen. Die Operation 9/11 ermöglichte es der westlichen Allianz, die Kriege gegen Afghanistan und den Irak zu rechtfertigen. Polizeistaatliche Maßnahmen, darunter die flächendeckende Überwachung der Bevölkerung im Namen der Terrorismusbekämpfung, konnten ohne Widerstand der Landesparlamente durchgesetzt werden. Um dieses Feindbild aufrechtzuerhalten, wurden weiter Anschläge, darunter in Bali, Madrid, London, Dscherba, Casablanca und Mumbai, präsentiert. Merkwürdigerweise waren die Opfer dieser Anschläge nicht jene, die Osama Bin Laden ausdrücklich als seine Feinde bezeichnete, nämlich Juden und Amerikaner, sondern Bewohner dieser Länder, darunter zahlreiche Muslime. Die Anschläge wurden schon vor jeglicher Ermittlung Islamisten beziehungsweise der Organisation Al-Kaida zugeschrieben. Keiner dieser Anschläge wurde in angemessener Weise erforscht. Die betreffenden Staaten widersetzten sich einer öffentlichen Untersuchung. Bei jedem dieser Fälle wurden Indizien entdeckt, die auf Polizei, Streitkräfte oder Geheimdienste hinwiesen. In diesem Kontext muß davon ausgegangen werden, daß die zahlreichen, in beinah allen NATO-Ländern zu beobachtenden Festnahmen von Muslimen, die angeblich terroristische Anschläge beabsichtigten (aber nicht verrichteten), ihren strategischen Sinn hatten. Der Mythos vom islamistischen Terror wird so immer wieder neu gefördert.

Dies war der letzte Teil einer mehrteiligen Serie des Autors Elias Davidsson zu den Anschlägen vom 11.9.2011. Quellennachweise: www.juscogens.org/oss-6.