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Titel2514

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Hannelore Kraft, Promi-Protestantin. – Mit »vielem Dank« haben Sie sich zur Top-Fürsprecherin der Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« gemacht als »ein großes Zeichen der Hoffnung, der Solidarität und Nächstenliebe für viele Kinder«. Wir glauben, daß Sie nur unzureichend über diese Aktion informiert sind und empfehlen Ihnen, die sicherlich nicht ganz uneigennützige, doch zutreffende Erklärung des Bistums Trier zu lesen, die darauf hinweist: »Diese Aktion leistet keine nachhaltige Entwicklungshilfe für Kinder«, sie hat »vor allem eine missionarische Zielsetzung«, wodurch »bedürftige Kinder als ›Türöffner‹ und Werbemittel für Missionsaktivitäten eingesetzt werden«. Das wird in vielen nichtchristlichen Ländern als »respektlos« oder gar als »Provokation« empfunden, »schafft Konflikte« und trägt damit zu Spannungen in der Welt bei. Vor allem aber gehört die Aktion zu dem zweifelhaften amerikanischen Missionswerk »Samaritan`s Purse« der »Billy Graham Evangelistic Association«. Billy Graham, Baptistenprediger, »Maschinengewehr Gottes«, langjähriger US-Präsidentenberater, der mit seinen Weihnachtspredigten 1966/67/68 in Saigon als Kriegstreiber bekannt wurde, ist der Vater von und wohl auch Ideenspender für Franklin Graham, der nun die Association leitet und durch seine aggressive »Polemik gegen den Islam, aber auch gegen andere Religionen« auffiel. Sie, Hannelore Kraft, sollten sich, so unser Rat, zu Weihnachten Berater wünschen, die das weltweite Netz der Evangelikalen und seine zweifelhaften Ziele durchschauen.

Hans-Georg Maaßen, auf der Suche. – Als oberster Verfassungsschützer geben Sie laut Welt eine »neue Sorge« kund: »In Internetblogs und Foren werden äußerst prorussische Positionen in deutscher Sprache gepostet.« Dahinter stecken gewiß Putinsche Geheimagenten, manche sind ja des Deutschen mächtig. Aber, so klagen Sie: »Die Zuordnung zu einem russischen Dienst ist sehr schwer zu treffen.« Holen Sie sich Hilfe! Die NSA hat doch bessere digitale Spürhunde.

 

Sigmar Gabriel, konsequent. – Im Deutschen Bundestag (26.11.) wurden Sie unwirsch: Wer jetzt noch an den transatlantischen »Freihandels«-Verträgen (CETA und TTIP) und ihren Regelungen für »Investorenschutz« herumkrittele, sei irgendwie blöd, ein »Bauchnabelbeschauer«, der wegen »Unwohlsein« eine »mittlere Katastrophe« für die Wirtschaft riskieren wolle. Ihre Äußerungen riefen Verwunderung hervor. Hatten Sie nicht (18.9.) als Bundeswirtschaftsminister eine gemeinsame Erklärung mit dem DGB-Bundesvorstand abgegeben, in der es hieß: »kein Investorenschutz«? Beschloß nicht der SPD-Konvent (20.9.) dieselbe Forderung? Und sagten Sie nicht im Bundestag (25.9.): »Es ist völlig klar, daß wir diesen Investorenschutz ablehnen«? Daß auch CETA mit einem solchen Inhalt »nicht zustimmungsfähig« sei? Nun gibt es Stimmen, die Ihnen Wankelmütigkeit vorwerfen. Das ist Unsinn. Ihre Stellungnahmen im September dienten ja dem Zweck, die »Freihandelsabkommen« auch den Bedenkenträgern in SPD und Gewerkschaften erst einmal prinzipiell schmackhaft zu machen. Diskurstaktisch war es da nützlich, eine Korrektur der Entwürfe in Sachen Investorenschutz zu versprechen. Daß diese nicht kommen würde, dürfte Ihnen schon damals klar gewesen sein. Insofern kann von Inkonsequenz, was Ihre »Freihandels«-Absichten betrifft, keine Rede sein. Allerdings hätten Sie jetzt im Bundestag nicht so rüde sprechen müssen. Etwas mehr rhetorische Rücksicht bitte – auch in der SPD und bei den Gewerkschaften gibt es Menschen, die es nicht mögen, wenn ihnen nach dem Schaden auch noch Spott zugefügt wird.

 

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