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Titel2516

Ho, Ho, Horn!  (Katharina Schulze)

»Was Besseres als dieser Titel ist uns leider nicht eingefallen«, erklärte Sarah Willis zu Beginn des traditionellen Familienkonzerts der Berliner Philharmoniker. Garantiert wider besseres Wissen. Hatte die moderierende Hornistin doch selbst die Programmkonzeption und dahinein genau die Späße und Überraschungen geschrieben, die die Kinder aller Altersgruppen und die ebenso buntgemischten erwachsenen Konzertbesucher erwarten. Und so wurde nicht nur schöne, lustige, überraschende und selbstverständlich auch weihnachtliche Musik gespielt. (Ohne »Jingle Bells« und »Stille Nacht«. Danke.) Dazwischen erzählten Frau Willis und ihre Kollegen Wissenswertes über die Rolle des Horns im Orchester und aus seiner Geschichte. Die Profis entlockten einer Muschel, Tierhörnern und »Naturhörnern«, die noch ohne Klappen, Züge und Ventile auskommen mussten, eindrucksvolle Töne und einem Gartenschlauch plus Plastetrichter sogar eine akzeptable Melodie. Die nur von den Klängen zweier Alphörner getoppt wurde. Kurzum: Das Publikum ging auch an diesem Nachmittag schlauer nach Hause, als es gekommen war. Und der eine oder andere mag sogar stolz sein, dass er schon einmal in der Philharmonie im Jägerchor aus dem Freischütz mitsingen durfte. Johotralalatralalatralala. Begeisterten Beifall gab es für die sechsjährige Nachwuchsdirigentin aus dem Publikum, die selbstbewusst Star-Wars-Melodien dirigierte – mit einem Lichtschwert. Bei Leroy Andersens »Sleigh Ride« war wiederum das gesamte Auditorium gefordert: Denn wenn Hörner auch fast alle Klangfarben draufhaben, das muntere Pferdegetrappel entlockte der Perkussionist Franz Schindlbeck seinem Schlagwerk. Und auch Schlittenglocken können die Blasinstrumente nicht imitieren. Das aber gelang ungezählten Schlüsselbunden. Applaus für alle. Das Allerbeste kam – wie üblich – zum Schluss: die weltgrößte Hornisten-Gruppe. Sarah Willis hatte die Kollegen anderer Berliner Orchester, Studenten und Schüler um Verstärkung gebeten. Und so standen 100 Hornisten auf der Bühne der Philharmonie und spielten gemeinsam das Finale aus Engelbert Humperdincks »Hänsel und Gretel«. Als sie danach das Lied »O Tannenbaum« anstimmten, formierte sich spontan der größte Berliner Chor und gab sein Bestes.

 

Übrigens hatten die Dresdner bereits im September das Vergnügen mit Sarah Willis, dem Ohrwurm Otto und den Dresdner Philharmonikern sowie zahlreichen Hornschülerinnen und -schülern. Die Treffen der Moderatorin aus Berlin mit dem neugierigen Maskottchen bereichern seit geraumer Zeit den Spielplan der Dresdner Philharmonie für Familien und Schulen. Das nächste Rendezvous findet am 1. Juni 2017 im wiedereröffneten Kulturpalast statt. Nichts wie hin!

 

Den Berlinern seien die nächsten Familienkonzerte »Elefantastische Abenteuer« am 26. Februar sowie »Abenteuer Stimme« am 29. April 2017 empfohlen.