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Islamistischer Terror – ein Mythos  (Elias Davidsson)
In dem halben Jahrhundert von 1961 bis 2010 starb in Deutschland durch islamistischen Terrorismus weniger als eine Person: keine einzige. Dennoch wird schon seit einigen Jahren vor islamistischem Terrorismus laut gewarnt, und der Bundestag verabschiedet immer neue Gesetze zur Bekämpfung dieser vermeintlichen Gefahr.

Jüngst erschoß ein Muslim aus Kosovo am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzte zwei andere. Er soll ein normaler junger Mann gewesen sein, der sich aber nach der Lektüre von Internetseiten in kurzer Zeit entschlossen habe, sich Pistole und Munition zu beschaffen und irgendwo auf ihm unbekannte Personen zu schießen. Dafür soll dieser als geistig gesund geschilderte Mann bereit gewesen sein, sein weiteres Leben im Gefängnis zu verbringen.

Schwer zu glauben. Freilich kommt es auch unter Christen, Hindus und Juden vor, daß junge Männer fanatisiert werden – bis hin zum Selbstmordattentat. Lassen wir das offen. Diejenigen aber, die immerzu vor islamistischem Terror gewarnt haben, können endlich aufatmen: Die Opferstatistik des islamistischen Terrors in Deutschland ist von null auf zwei gestiegen – mathematisch gesehen eine unendliche Steigerung.

Manche Bürger glauben, daß die Gefahr des islamistischen Terrors übertrieben ist. Das stimmt nicht. Sie ist keine Übertreibung, sondern ein Mythos. Oder ein Betrug. Oder beides.

Obwohl in der Bundesrepublik Deutschland vier Millionen Muslime leben, die von der deutschen Außenpolitik gegenüber der islamischen Welt nicht unbedingt begeistert sind, wurde bis zu dem Frankfurter Anschlag niemand von islamistischen Terroristen getötet. Diese Tatsache läßt, wie mir scheint, darauf schließen, daß Muslime – im Gegensatz zu gängigen Vorurteilen – eher friedlich erzogen sind. Immerhin könnte man sich vorstellen, daß unter den vier Millionen einige Hitzköpfe sind, die der deutsche Kriegseinsatz in Afghanistan zu Gewalttätigkeit provozieren könnte. Dafür bräuchten sie nicht wie die sogenannten Sauerland-Terroristen fünfmal mit großen Mengen von Wasserstoffperoxid zwischen Niedersachsen und Schwarzwald hin und her zu pendeln und sich dabei von der Polizei fotografieren zu lassen. Aber bisher hat offenbar noch keiner seine Wut an einem deutschen Soldaten ausgelassen, jedenfalls nicht in Deutschland.

Daß kein einziger mir bekannter Bericht des Bundes, der EU, der NATO oder der UNO Zahlenangaben über Opfer islamistischen Terrors enthält, mag merkwürdig erscheinen, denn um das Ausmaß einer beschworenen Gefahr zu belegen, sollte eine öffentliche Instanz, die von unseren Steuergeldern lebt, empirische Beweise vorlegen. Solche Zahlen gibt es in vielen Berichten über Armut, Krankheiten, Naturkatastrophen und Kriminalität – nur nicht in Berichten über die Terrorgefahr.

Warum nicht? Weil die islamistische Terrorgefahr ein Mythos ist. Und weil niedrige Zahlenangaben für die Propaganda unbrauchbar sind.

Die Absurdität der Terrorismusdebatte erinnert an die Theaterstücke von Eugène Ionesco. Für Muslime in Deutschland ist diese Propaganda allerdings keine Theaterkomödie. Sie sind unmittelbar von der Volksverhetzung betroffen, als Muslime stehen sie schon unter Generalverdacht.

Und diese Propaganda richtet sich letztlich gegen uns. Sie dient zur Einschüchterung der Bevölkerung, zur Stärkung des Überwachungsapparates und zur Begründung von immer weiterreichenden Befugnissen für Polizei und Geheimdienste. Sie führt zur Beschneidung unserer Freiheitsrechte und zur Beschädigung der Grundlagen von Rechtsstaat und Demokratie.

Wäre es deshalb nicht vernünftig, den Mythos des islamistischen Terrorismus als Täuschung aufzudecken und die Propagandisten, die uns mit ständigen Terrorwarnungen weismachen wollen, unser Leib und Leben sei in ernsthafter Gefahr, wenn sie uns nicht auf Tritt und Schritt überwachten und alle unsere Daten speicherten, als Betrüger beim Namen zu nennen, statt geduldig hinzunehmen, wie unsere Freiheitsrechte, unser Rechtsstaat abgebaut werden?