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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschrif­ten an die Lokalpresse

Auf­ein­an­der­fol­gen­de Quiz­sen­dun­gen mit pro­mi­nen­ten Schau­spie­lern, pro­fes­sio­nel­len Spaß­ma­chern, bewun­der­ten Locken­wick­lern und gewoll­ten Schlau­ber­gern sind im Moment offen­sicht­lich die Füll­sel für die mei­sten Fern­seh­nach­mit­ta­ge, wäh­rend am Abend auf allen Sen­dern die Kom­mis­sa­re zu ihren Waf­fen grei­fen, um die in den spä­te­ren Abend­stun­den par­al­lel über die Bild­schir­me lau­fen­den poli­ti­schen Plau­de­rei­en abzu­si­chern. Es ist schon inter­es­sant, durch Fra­ge­sen­dun­gen immer wie­der Din­ge zu erfah­ren, die kei­ner braucht. Sie kön­nen aber bei älte­ren Mit­bür­gern auch dazu bei­tra­gen, die schlei­chen­de Demenz ein wenig zu ver­lang­sa­men. Anspruchs­vol­le Fil­me und gute Repor­ta­gen wer­den dage­gen mei­stens nach Mit­ter­nacht ange­bo­ten, wenn es drau­ßen sowie­so fin­ster und kalt ist und sich die mei­sten lie­ber hin­ter ihren Kopf­kis­sen ver­stecken. Ich fin­de die­se kanal­über­grei­fen­de Pro­gramm­ge­stal­tung gut, weil sie den Bür­ger­inter­es­sen bes­ser Rech­nung trägt und sich kaum jemand ver­schal­ten kann. – Par­don, jetzt muss ich mei­nen Leser­brief erst ein­mal unter­bre­chen, denn ich muss mich zwi­schen Alex­an­der Bom­mes »Gefragt, gejagt«, Kai Pflau­mes »Wer weiß denn sowas?« und Jörg Pila­was olym­pi­schem Fra­ge­quiz ent­schei­den. Oder fällt Ihnen noch eine bes­se­re Alter­na­ti­ve ein? – Mar­tha Münch­hau­sen (56), Bei­kö­chin, 63500 Seligenstadt

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Schön, dass sich die Wer­bung immer wie­der etwas Neu­es und Ori­gi­nel­les ein­fal­len lässt! Wie die Ber­li­ner Zei­tung am 25. Janu­ar auf ihrer »Panorama«-Seite berich­te­te, hat die japa­ni­sche Nudel­fir­ma »Nis­sin« ein neu­es Wer­be­ge­sicht für ihre Teig­wa­ren ent­deckt. Es ist das der Ten­nis­spie­le­rin Nao­mi Osa­ka, im Wer­be­spot als Zei­chen­trick­fi­gur dar­ge­stellt. Da sich Osakas dunk­ler Teint von den blas­sen Nudel­strip­pen jedoch zu stark abhebt, hat der Kon­zern ihre Haut im Zei­chen­trick-Wer­be­spot »auf­ge­hellt«. Über die­se Art des »White­wa­shings« hat sich die Wer­be-Iko­ne nun beschwert, und die zustän­di­gen Fach­leu­te haben sich bei ihr ent­schul­digt. Sie wol­len die »Diver­si­tät« bei ihren PR-Akti­vi­tä­ten künf­tig »respek­tie­ren«, ver­rät die Zei­tung. Ich weiß zwar nicht, ob Osa­ka mit der Ant­wort zufrie­den ist. Die Sport­le­rin hat aber gezeigt, dass man selbst in der Wer­bung nicht alles hin­neh­men muss. Als erfah­re­ner Unter­neh­mer in der Lebens­mit­tel­bran­che wür­de mich noch inter­es­sie­ren, wie sich inzwi­schen der Ver­kauf von Nis­sins Nudeln ent­wickelt hat. – Archi­bald Mostrich (75), Ein­zel­han­dels­kauf­mann a. D., 39615 Werben

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Am 11. Janu­ar berich­te­ten die Zei­tun­gen dar­über, dass ein ICE-Lok­füh­rer »in trun­ke­nem Zustand an Wit­ten­berg vor­bei­ge­rauscht« ist (nd). Der Zug ist zwar auf dem Gleis geblie­ben, aber er hat nicht gehal­ten. Das ist nicht zum ersten Mal pas­siert, son­dern in Wolfs­burg schon mehr­mals, auch in Lud­wigs­lust wur­de schon ver­se­hent­lich nicht gehal­ten; aber man soll­te den Vor­fall nicht nur fest­stel­len, son­dern auch nach den Grün­den fra­gen. Die Bahn wur­de in letz­ter Zeit häu­fig wegen ihrer Zug­aus­fäl­le und Ver­spä­tun­gen kri­ti­siert, und das ver­stößt gegen die Berufs­eh­re der Schie­nen­be­zwin­ger. Viel­leicht woll­te der Lok­füh­rer etwas dage­gen unter­neh­men, wie das bei der Ber­li­ner S-Bahn durch das Über­sprin­gen von Sta­tio­nen auch schon ver­sucht wor­den ist, um »Ver­zö­ge­run­gen im Betriebs­ab­lauf« (Bahn­jar­gon) abzu­bau­en. Dass sich der ICE-Kapi­tän dafür etwas Mut antrin­ken woll­te, ist zwar nicht zu akzep­tie­ren, aber doch irgend­wie zu ver­ste­hen. Des­halb soll­te man nicht päpst­li­cher als der Bahn­chef mit ihm umge­hen. Das näch­ste Mal hält er dann viel­leicht! – Hil­mar Brau­se­wet­ter (42), Admi­ni­stra­tor, 45721 Hal­tern am See