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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Bauhaus Jubiläum

Beein­druckend ist der Ideen­reich­tum zum Bau­haus-Jubi­lä­um in die­sem Jahr. Die viel­sei­ti­gen Lei­stun­gen der Bauhäusler*innen wer­den gegen­wär­tig. Da sind nicht nur die Groß­ereig­nis­se in Wei­mar, Des­sau und Ber­lin, son­dern auch die Tanz­ta­ge in Pots­dam mit dem »Tria­di­schen Bal­lett« von Oskar Schlem­mer oder die Ange­bo­te in Koope­ra­ti­on des Ver­eins bau­denk­mal bun­des­schu­le ber­nau e.V. mit der Her­mann-Hen­sel­mann-Stif­tung und der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung. In Ber­nau bei Ber­lin befin­det sich das Bau­haus-Denk­mal Bun­des­schu­le Ber­nau. Wir erleb­ten dort eine Füh­rung mit der enga­gier­ten Anja Gut­ten­ber­ger, die fun­diert und kennt­nis­reich zum Kon­zept von Bau­haus-Direk­tor Hanns Mey­er, sei­nem Part­ner Hans Witt­wer und deren Kol­lek­tiv sprach. Sie ent­wickel­ten im Auf­trag des All­ge­mei­nen Deut­schen Gewerk­schafts­bun­des einen »ein­zig­ar­ti­gen Schul- und Inter­nats­kom­plex« (Fly­er des Ver­eins), der in den Jah­ren 1928 bis 1930 rea­li­siert wur­de. Es war eine Freu­de, die Begei­ste­rung zu erle­ben, mit der die archi­tek­to­ni­sche, künst­le­ri­sche und sozia­le Lei­stung von Mey­er und Witt­wer dar­ge­stellt und an der bau­li­chen Sub­stanz bis ins Detail nach­ge­wie­sen wur­de. Im Foy­er, der Aula oder im Spei­se­saal, im Glas­gang, der die ein­zel­nen Bau­ten mit­ein­an­der ver­bin­det und durch sei­ne bis zum Erd­bo­den rei­chen­den Fen­ster licht­durch­flu­te­ter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­raum ist, atmen die Besu­cher noch heu­te Moder­ne. Eben­so in den Inter­nats­häu­sern mit ihren modern ein­ge­rich­te­ten hel­len Zwei­bett­zim­mern, die für dama­li­ge Ver­hält­nis­se gro­ßen Kom­fort boten, in Sport­hal­le, Biblio­thek, Semi­nar­räu­men und bei den Leh­rer­häu­sern. Ein­ge­bet­tet ist die­ses Ensem­ble mit dem groß­zü­gig ange­leg­ten Frei­bad in hüg­li­ge, mit Kie­fern bestan­de­ne mär­ki­sche Land­schaft. Die wech­sel­vol­le Geschich­te des Ortes bie­tet einen bedeut­sa­men Kon­text. Sorg­fäl­ti­ge Sanie­rung und Rekon­struk­ti­on der bau­li­chen Sub­stanz, Wie­der­her­stel­lung ursprüng­li­cher For­men und Far­ben zeu­gen von dem Wil­len, die Ein­ma­lig­keit die­ses Bau­haus­kom­ple­xes zu erhal­ten, zu pfle­gen und zu nut­zen. Für den heu­ti­gen Besu­cher ist erstaun­lich, wel­che weit­sich­ti­gen Ent­schei­dun­gen die Gewerk­schaft 1927 zu tref­fen bereit war. Und es stimmt nach­denk­lich, dass der DGB dar­auf ver­zich­te­te, das Erbe die­ses Bei­spiels der Syn­the­se von poli­ti­schem und sozia­lem Wol­len nach 1990 anzu­tre­ten. Heu­te nutzt die Hand­werks­kam­mer Ber­lin die Bun­des­schu­le als Inter­nat für ihr Bil­dungs- und Innovationszentrum.

www.bauhaus-denkmal-bernau.de