Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Die Einzelne und ihr Eigensinn

Plötz­lich mit­ten im all­ge­mei­nen Lock­down, im Mai die­ses Jah­res, als auf den Stra­ßen und Plät­zen und im Inter­net »durch­ge­dreh­te Erleuch­te­te« und »Akti­vi­sten vom rech­ten Rand« (stern online) gegen die ver­ord­ne­te Regu­lie­rung der gewohn­ten Lebens­ver­hält­nis­se das gro­ße und fal­sche Wort führ­ten, wur­de ein 70 Jah­re alter Text der Phi­lo­so­phin Han­nah Arendt wie ein gei­sti­ges Vade­me­cum als Erklä­rungs­ver­such gegen die Demon­stra­tio­nen und Ver­schwö­rungs­my­then gesetzt.

Es waren fol­gen­de Zei­len, die im digi­ta­len Orbit kur­sier­ten und mit denen die »sub­jek­ti­vi­sti­sche Hybris gegen­über der Rea­li­tät« – eine For­mu­lie­rung, die ich bei dem ita­lie­ni­schen Schrift­stel­ler Clau­dio Magris fand – kon­ter­ka­riert wer­den sollte:

»Der wohl her­vor­ste­chend­ste und auch erschreckend­ste Aspekt der deut­schen Rea­li­täts­flucht liegt jedoch in der Hal­tung, mit Tat­sa­chen so umzu­ge­hen, als han­de­le es sich um blo­ße Mei­nun­gen. […] Auf allen Gebie­ten gibt es unter dem Vor­wand, daß jeder das Recht auf eine eige­ne Mei­nung habe, eine Art Gentlemen’s Agree­ment, dem zufol­ge jeder das Recht auf Unwis­sen­heit besitzt – und dahin­ter ver­birgt sich die still­schwei­gen­de Annah­me, daß es auf Mei­nun­gen nun wirk­lich nicht ankom­me. Dies ist in der Tat ein ern­stes Pro­blem, nicht allein, weil Aus­ein­an­der­set­zun­gen dadurch oft­mals so hoff­nungs­los wer­den […], son­dern vor allem, weil der Durch­schnitts­deut­sche ganz ernst­haft glaubt, […] die­ser nihi­li­sti­sche Rela­ti­vis­mus gegen­über Tat­sa­chen sei das Wesen der Demo­kra­tie. Tat­säch­lich han­delt es sich dabei natür­lich um eine Hin­ter­las­sen­schaft des Nazi­re­gimes. […] Man hat es hier nicht mit Indok­tri­na­tio­nen zu tun, son­dern mit der Unfä­hig­keit und dem Wider­wil­len, über­haupt zwi­schen Tat­sa­che und Mei­nung zu unterscheiden.«

Zwar taugt der aus der Zeit her­aus gebo­re­ne Ver­weis auf die »Hin­ter­las­sen­schaft des Nazi­re­gimes« zwei Men­schen­al­ter spä­ter nicht mehr zur Begrün­dung der heu­ti­gen Rea­li­täts­flucht. Außer­dem gibt es außer­halb Deutsch­lands nicht weni­ge Staa­ten­len­ker, ich nen­ne nur Trump, Bol­so­na­ro, John­son, denen aus Grün­den des Macht­er­halts oder der Unein­sich­tig­keit die Fak­ten egal sind und die samt Anhän­ger­schaft ihre Augen vor der Rea­li­tät ver­schlos­sen halten.

Han­nah Arendt hat­te nach ihrer Flucht aus Deutsch­land im Jahr 1933 und der spä­te­ren Emi­gra­ti­on von Frank­reich in die USA erst­mals im August 1949 wie­der deut­schen Boden betre­ten, als Geschäfts­füh­re­rin der Com­mis­si­on on Euro­pean Jewish Cul­tu­ral Recon­struc­tion, New York, deren deut­sche Ver­tre­tung in Wies­ba­den resi­dier­te. Die Orga­ni­sa­ti­on war bereits 1947 gegrün­det wor­den mit dem Ziel, eine even­tu­el­le Rekon­struk­ti­on der jüdi­schen Kul­tur­land­schaft Euro­pas nach dem Krieg vorzubereiten.

Bis zum März 1950 berei­ste Arendt die gera­de gegrün­de­te Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Den Bericht über ihre Ein­drücke und Beob­ach­tun­gen ver­öf­fent­lich­te sie auf Eng­lisch schon 1950: »The After­math of Nazi-Rule. Report from Ger­ma­ny«. Der 41 Sei­ten umfas­sen­de Text ist unter dem Titel »Besuch in Deutsch­land« erst 36 Jah­re spä­ter im Rot­buch Ver­lag, Ber­lin, auf Deutsch erschie­nen, über­setzt aus dem Ame­ri­ka­ni­schen von Eike Gei­sel. Eine Schrift, die sich heu­te der Anti­quar »mit Gold auf­wie­gen« lässt, falls er sie über­haupt noch im Regal ste­hen hat. Das Zitat stammt aus dem ersten Kapitel.

Han­nah Arendt gilt all­ge­mein als die wich­tig­ste poli­ti­sche Theo­re­ti­ke­rin des 20. Jahr­hun­derts. Eine »pathe­ti­sche Form von Aner­ken­nung« beglei­tet sie, wie Arno Wid­mann in der Frank­fur­ter Rund­schau für sich selbst bekann­te. Ein Zitat von ihr genügt, und schon bewegt sich die Dis­kus­si­on in jenem olym­pi­schen Bereich der Säu­len­hei­li­gen, wo auch der Phi­lo­so­phen­kol­le­ge Imma­nu­el Kant zu fin­den ist mit sei­nem »Kate­go­ri­schen Impe­ra­tiv« und sei­ner Alters­schrift »Zum ewi­gen Frie­den«, aus der ger­ne in poli­ti­schen Sonn­tags­re­den zitiert wird.

Wer war Han­nah Arendt? Was mach­te sie so wir­kungs­mäch­tig? War­um ist sie umstritten?

Wer­fen wir einen kur­zen Blick auf weni­ge Sta­tio­nen ihres Lebens­laufs: Gebo­ren 1906 in Han­no­ver als Kind jüdi­scher Eltern aus Königs­berg; Stu­di­um der Phi­lo­so­phie (Haupt­fach), der pro­te­stan­ti­schen Theo­lo­gie und der grie­chi­schen Phi­lo­lo­gie; Leh­rer unter ande­rem Mar­tin Hei­deg­ger, Edmund Husserl und Karl Jas­pers, drei Men­to­ren, die für ihr Leben prä­gend wur­den; Lie­bes­be­zie­hung zu Hei­deg­ger; 1929 Hei­rat mit Gün­ther Stern, der im Ber­li­ner Bör­sen-Cou­rier unter dem Namen publi­zier­te, der ihn spä­ter berühmt mach­te: Gün­ther Anders; Juli 1933 Ver­haf­tung in Ber­lin, nach Frei­las­sung Emi­gra­ti­on; 1937 Aberken­nung der deut­schen Staats­bür­ger­schaft; 1940 nach Schei­dung von Stern in Frank­reich Hei­rat mit Hein­rich Blü­cher; ab 1941 in den USA; 1949–1950 die erwähn­te erste Euro­pa­rei­se mit Besuch in Deutsch­land; 1951 Ver­öf­fent­li­chung von »Ele­men­te und Ursprün­ge tota­ler Herr­schaft«, Dezem­ber 1951 ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ger­schaft; 1961 Teil­nah­me am Eich­mann-Pro­zess in Jeru­sa­lem; 1963 Ver­öf­fent­li­chung von »Eich­mann in Jeru­sa­lem. Ein Bericht von der Bana­li­tät des Bösen«; 1970 Tod ihres Ehe­manns Hein­rich Blü­cher; 1975 Tod durch Herz­in­farkt in der New Yor­ker Wohnung.

Mit den bei­den erwähn­ten Büchern stieß Arendt Debat­ten an, deren Dis­kus­si­ons­wel­len tief in die näch­sten Jahr­zehn­te hin­ein­rei­chen sollten.

Ihre »Ele­men­te« waren zwar unter dem Ein­druck des Holo­caust ent­stan­den, wei­te­ten sich jedoch zu einer Geschich­te und einer Theo­rie des Tota­li­ta­ris­mus, in der Arendt den Natio­nal­so­zia­lis­mus und den Sta­li­nis­mus als ver­wand­te Herr­schafts­ty­pen deu­te­te. Die­se Inter­pre­ta­ti­on stieß weder im kom­mu­ni­stisch regier­ten Teil Euro­pas auf Zustim­mung noch unter den poli­ti­sier­ten Rebel­len der 1960er Jah­re. Dage­gen wur­de ihr theo­re­ti­scher Ansatz in der poli­ti­schen Kon­fron­ta­ti­on des Kal­ten Krie­ges zum Rüst­zeug des Westens, womit sicher­lich auch ein Teil ihres Nach­ruhms zu erklä­ren ist. Als vor kur­zem poli­ti­sche Schwa­dro­neu­re eine Wie­der­be­le­bung der »Huf­ei­sen­theo­rie« als pro­pa­gan­di­sti­sches Werk­zeug ver­such­ten, hat­ten sie Arendt schnell als sakro­sank­te Kron­zeu­gin parat.

Ihre Repor­ta­ge »Eich­mann in Jeru­sa­lem« zeigt Arendt als poli­ti­sche Theo­re­ti­ke­rin und wie so oft als Ein­zel­ne mit viel Eigen­sinn. Und sie ver­deut­licht auch ihr »Den­ken ohne Gelän­der«, wie Arendt selbst ihr Den­ken cha­rak­te­ri­sier­te (sie­he die unter die­sem Titel erschie­ne­ne Samm­lung von Tex­ten und Brie­fen bei Piper): »Den wech­seln­den Rea­li­tä­ten sich frei, vor­ur­teils­los ent­ge­gen­zu­stel­len ist ihre Bega­bung und ihr Fluch« (Arno Wid­mann). Als Beob­ach­te­rin des Eich­mann-Pro­zes­ses konn­te sie den Men­schen in sei­ner böse­sten Form stu­die­ren. Sie präg­te die For­mel von der »Bana­li­tät des Bösen«, vom »völ­li­gen Ver­sa­gen des indi­vi­du­el­len mora­li­schen Bewusst­seins«. »Damit ern­te­te sie Kri­tik, denn sie bezog sich auf Adolf Eich­mann, den Orga­ni­sa­tor des Holo­caust, der sich sehr viel mehr als nur man­geln­der Bereit­schaft zu per­sön­li­cher Ver­ant­wor­tung schul­dig gemacht hat­te. Aber sie blieb bei ihrer Ana­ly­se« (Sarah Bake­well: »Das Café der Exi­sten­zia­li­sten«, S. 94).

Eine ande­re grund­sätz­li­che Kon­tro­ver­se jener Zeit ent­wickel­te sich zwi­schen Han­nah Arendt und ihrem ersten Mann, dem inzwi­schen als Phi­lo­soph und Schrift­stel­ler her­vor­ge­tre­te­nen Gün­ther Anders. Vier Ereig­nis­se haben des­sen Leben und Werk ent­schei­dend geprägt, wie Elke Schu­bert in ihrer rororo-Mono­gra­phie dar­stellt: »Der erste Welt­krieg, Hit­lers Macht­über­nah­me 1933, Ausch­witz und als End­punkt aller Geschich­te: Hiroshima.«

Seit dem Abwurf der ersten Atom­bom­be ging es Anders »in einem emi­nen­ten Sinn um die Fra­ge nach dem Fort­be­stand der Mensch­heit unter den Bedin­gun­gen tech­ni­scher Selbst­ver­nich­tungs­ka­pa­zi­tä­ten« (Rai­mund Bahr in »Zugän­ge. Gün­ther Anders. Leben und Werk«, S. 10). Die Dif­fe­renz zwi­schen Arendt und Anders war unüber­brück­bar: »Das Para­dig­ma für Arendt ist das Lager, das Para­dig­ma für Anders ist die Atom­bom­be« (S. 52). Mit Blick auf die Gräu­el des 20. Jahr­hun­derts schrieb Anders: »Die bis­he­ri­gen reli­giö­sen und phi­lo­so­phi­schen Ethi­ken sind aus­nahms­los und rest­los obso­let gewor­den, sie sind in Hiro­shi­ma mit­ex­plo­diert und in Ausch­witz mit­ver­gast wor­den« (S. 16).

Arendt hat­te einen ande­ren Blick auf die Sowjet­uni­on und die Vor­gän­ge »jen­seits des Eiser­nen Vor­hangs« als Anders, der 1954 zum Mit­be­grün­der der welt­wei­ten Anti-Atom­be­we­gung wur­de und sich gegen den Viet­nam­krieg der USA enga­gier­te, ab 1967 als Juror im »war crime tri­bu­nal« von Bert­rand Rus­sell, wie er ein »enfant ter­ri­ble« der phi­lo­so­phi­schen Zunft. Frei­heit oder Sozia­lis­mus? Und dafür die Atom­bom­be zün­den? Anders unter­zog die Tota­li­ta­ris­mus­theo­rie einer prin­zi­pi­el­len Ana­ly­se: »Die Atom­dro­hung ist … nicht die Alter­na­ti­ve zum Tota­li­ta­ris­mus«, son­dern des­sen »außen­po­li­ti­sche Ver­si­on« (K. P. Liess­mann »Gün­ther Anders, S. 89).

Im Gegen­satz zu Han­nah Arendt ent­le­dig­te sich Anders auch schon früh sei­ner Fas­zi­na­ti­on für Hei­deg­ger, des­sen Frau als Mit­glied der natio­nal­so­zia­li­sti­schen Jugend­be­we­gung die Stu­den­ten ihres Man­nes zum Ein­tritt auf­for­der­te, was Anders mit Hin­weis auf sein Juden­tum ablehn­te. Dass Hei­deg­ger eine Neu­auf­la­ge sei­nes Haupt­werks »Sein und Zeit« wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­öf­fent­lich­te und dies­mal ohne die Wid­mung an den jüdi­schen Phä­no­me­no­lo­gen Edmund Husserl, sei­nen frü­he­ren Pro­fes­sor, blieb Anders nicht verborgen.

Hei­deg­ger – der neben Arendt noch eine wei­te­re jüdi­sche Gelieb­te hat­te – pfleg­te in sei­nen Frei­bur­ger Uni­ver­si­täts­jah­ren schon früh Kon­takt zu natio­nal­so­zia­li­sti­schen Krei­sen. Zudem kur­sier­ten Berich­te über anti­se­mi­ti­sche Bemer­kun­gen. Bake­well schreibt dazu (S. 111): »Im Win­ter 1932/​33 schrieb sie [H. A.] Hei­deg­ger einen Brief und frag­te ihn rund­her­aus, ob er mit den Nazis sym­pa­thi­sie­re.« Die Ant­wort konn­te Arendt »nicht über­zeu­gen. Ihr Kon­takt zu Hei­deg­ger brach für die fol­gen­den sieb­zehn Jah­re ab.« Den­noch wür­dig­te sie vie­le Jah­re spä­ter, 1969, den 80-jäh­ri­gen Hei­deg­ger mit den Wor­ten, »die­ser habe sei­nen Stu­den­ten das Den­ken bei­gebracht, und Den­ken sei ›boh­rend‹ « (Bake­well, S. 74). 1949 hat­te Arendt Hei­deg­ger noch in einem Brief an den Phi­lo­so­phen Karl Jas­pers »Cha­rak­ter­lo­sig­keit« atte­stiert, »aber in dem Sin­ne, daß er buch­stäb­lich kei­nen hat, bestimmt auch kei­nen beson­ders schlechten«.

Mit zeit­li­chem Abstand fällt es leicht, Leer­stel­len zu fin­den, die aus heu­ti­ger Sicht Defi­zi­te sind, ohne dass die Lei­stung Arendts als Den­ke­rin dadurch geschmä­lert wird. Es war eine ande­re Zeit, damals vor 70 Jah­ren, und nicht jede ful­mi­nan­te Theo­re­ti­ke­rin ist auch eine Femi­ni­stin wie Simo­ne de Beau­voir, die mit ihrem Stan­dard­werk »Das ande­re Geschlecht« (1949 auf Fran­zö­sisch erschie­nen) das Fun­da­ment für die spä­te­re Frau­en­be­we­gung legte.

Eine wei­te­re zeit­be­ding­te Leer­stel­le ist das Ver­hält­nis von Mensch und Natur. Damals galt noch unein­ge­schränkt und unhin­ter­fragt der Auf­trag Got­tes an den Men­schen aus der Gene­sis: »Seid frucht­bar und mehrt euch, füllt die Erde und unter­werft sie und wal­tet über die Fische des Mee­res, über die Vögel des Him­mels und über alle Tie­re, die auf der Erde krie­chen.« Die Bedro­hung der Mensch­heit durch eine öko­lo­gi­sche Kata­stro­phe stand noch auf kei­ner Agenda.

Wer sich in die­sen Tagen aktu­ell mit Han­nah Arendt beschäf­ti­gen und Erkennt­nis gewin­nen will über den Zusam­men­hang von Werk und Zeit, dem bie­tet das Deut­sche Histo­ri­sche Muse­um in Ber­lin die ent­spre­chen­de Mög­lich­keit. Bis zum 18. Okto­ber ist dort die Aus­stel­lung »Han­nah Arendt und das 20. Jahr­hun­dert« zu sehen. Ein Begleit­pro­gramm und Film­rei­hen wer­den ange­bo­ten. Vor einem Besuch emp­fiehlt es sich, auf der Inter­net­sei­te des Muse­ums die Infor­ma­tio­nen zum Aus­stel­lungs­be­such zu beachten.

Zu der Aus­stel­lung ist ein lesens­wer­ter, bebil­der­ter Begleit­band erschie­nen, in dem Arendts Rele­vanz für das 21. Jahr­hun­dert auf den Prüf­stand gestellt wird und all jene hier nur ange­ris­se­nen Stich­wor­te, »die noch heu­te vol­ler Spreng­kraft sind«, in 27 Kapi­teln von 27 Autoren the­ma­ti­siert wer­den: Tota­li­ta­ris­mus, Anti­se­mi­tis­mus, die Lage von Flücht­lin­gen, der Eich­mann-Pro­zess, juri­sti­sche Auf­ar­bei­tung der NS-Ver­gan­gen­heit, der Zio­nis­mus, jüdi­sches Selbst­ver­ständ­nis, das poli­ti­sche System und die Ras­sen­tren­nung in den USA, Stu­den­ten­pro­te­ste, Femi­nis­mus, Arendt-Rezep­ti­on in Ost­eu­ro­pa, Ungarn 1956.

Wie könn­te ich die­sen Text anders been­den als mit einem der zeit­lo­sen Zita­te von Han­nah Arendt, geeig­net für jeden Kalen­der vol­ler Sinn­sprü­che! Es ist der letz­te Satz aus dem Essay über Isak Dine­sin, die als Karen Bli­xen in die Welt­li­te­ra­tur ein­ge­gan­gen ist: »Weis­heit ist eine Tugend des Alters, und sie kommt wohl nur zu denen, die in ihrer Jugend weder wei­se waren noch beson­nen.« Das gilt wohl für uns alle. Auch für Han­nah Arendt.

 

Doris Blu­me, Moni­ka Boll, Rapha­el Gross (Hg.): »Han­nah Arendt und das 20. Jahr­hun­dert«, Piper Ver­lag, 288 Sei­ten, 22