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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Erinnerung an Carl von Ossietzky

Oppo­si­ti­on gehört ins Par­la­ment. Mir gefällt nur die Par­tei nicht, die sie seit der jüng­sten Wahl im Bun­des­tag aus­übt. Ange­fan­gen vom Vogel­schiss­händ­ler Gau­land und der tram­peln­den Dame an sei­ner Sei­te, die im Ple­num mit Stie­feln auf­stampft wie durch­ge­knallt im Veitstanz.

Man fühlt sich an For­de­run­gen erin­nert, wie sie von weit rechts in der höchst gefähr­de­ten Wei­ma­rer Repu­blik gegen den 1931 zu Unrecht ver­ur­teil­ten und 1932 ins Gefäng­nis ver­brach­ten Carl von Ossietzky erho­ben wur­den: Hier eini­ge Bei­spie­le: »Gegen … poli­ti­schen Ver­rat für Hin­ga­be an Volk und Staat! Gegen Ver­fäl­schung unse­rer Geschich­te und Her­ab­wür­di­gung ihrer gro­ßen Gestal­ten … Gegen lite­ra­ri­schen Ver­rat am Sol­da­ten des Welt­krie­ges[,] für Erzie­hung des Vol­kes im Gei­ste der Wehr­haf­tig­keit.« Exakt was die rechts­la­sti­gen Juri­sten gegen C. v. O. for­mu­liert hat­ten, brüll­ten Stu­den­ten am 10. Mai 1933 bei der Bücher­ver­bren­nung, auf­ge­sta­chelt von SS- und SA-Män­nern. (zitiert nach Kurt R. Gross­mann: »Ossietzky, ein deut­scher Patri­ot«, Suhr­kamp Taschen­buch 1973)

Noch wirft nie­mand von der AfD Bücher ins Feu­er, doch die von Hybris gepack­ten Funk­tio­nä­re neh­men den Mund ganz schön voll. In den näch­sten fünf Jah­ren möch­ten sie einen Dexit errei­chen, raus aus der EU mit uns Deut­schen, gestri­chen wer­den sol­len auch der Kli­ma­schutz und die Gleich­stel­lung von Mann und Frau. Außer­dem auf der AfD-Agen­da: Kampf gegen die Isla­mi­sie­rung im Staat.

Auf CDU/​CSU als Abwehr gegen die­se anti-euro­päi­sche Kräh­win­kel-Par­tei ist kein Ver­lass, die kom­men nicht raus aus ihrem eige­nen reak­tio­nä­ren Quark. Ein glän­zen­des Exem­pel für Feig­heit vor der AfD war in der jun­gen Welt vom 4. Janu­ar zu lesen. »In einem ZDF-Inter­view … bilan­zier­te der CDU-Poli­ti­ker [Wolf­gang Schäub­le, I. Z.]: Es sei gar nicht so schlimm mit Gau­land und Co. im Bun­des­tag!« Na dann, es erwar­ten uns glän­zen­de Zeiten.