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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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»Nichtweiße Untermenschen«

Den Bei­trag »Wie­der­gän­ger«, den Hans Buch­hal­ter in Ossietzky 1/​2022 ver­öf­fent­licht hat, will ich nicht unwi­der­spro­chen ste­hen lassen.

Mit der gene­rel­len Ten­denz, die sich in sei­nem Gebrauch des Begriffs »die herr­schen­de Coro­na-Ideo­lo­gie« aus­drückt, will ich mich an die­ser Stel­le nicht aus­ein­an­der­set­zen, son­dern ledig­lich mit den Mit­teln, mit denen er sie präsentiert.

Buch­hal­ter zitiert (S. 33) aus »einem lan­gen Arti­kel« der jun­gen Welt (27./28.11.2021), der sich mit der Hal­tung ita­lie­ni­scher Lin­ker zur Coro­na-Poli­tik aus­ein­an­der­setz­te. Poli­tisch ord­net er die jW fol­gen­der­ma­ßen ein: »Auch in der jun­gen Welt erin­nert man sich der guten alten Zei­ten, als man unter Sta­lin des­sen Geg­ner noch als Faschi­sten oder deren Lakai­en beschimp­fen durf­te (Bucha­rin, Trotz­ki u. v. a.).«

Es gehört nicht viel Mut dazu, in einer Zeit, in der die jW von Ver­fas­sungs­schutz und Regie­rung dis­kri­mi­niert und öko­no­misch rui­niert wer­den soll, die­se Zei­tung als sta­li­ni­stisch zu ver­un­glimp­fen. Aber, als ob dies nicht genüg­te, schiebt Buch­hal­ter einen mehr als unter­schwel­li­gen Ver­dacht des – wahl­wei­se – Ras­sis­mus oder Faschis­mus nach, indem er sie falsch zitiert, und dies nicht neben­her, son­dern mit Nach­druck: In sei­nem Bei­trag heißt es: »so wenn es um den Nicht-Zugang ›von nicht­wei­ßen Unter­men­schen‹ (steht so da) zum Impf­stoff geht«.

Nein, das steht gera­de nicht da, son­dern es heißt: »wird der mög­li­che Tod von nicht­wei­ßen ›Unter­men­schen‹ ohne Zugang zum Impf­stoff (…) nicht ein­mal erwähnt«. Mit dem hier in Anfüh­rungs­zei­chen gesetz­ten Begriff soll gera­de eine impe­ria­li­sti­sche und ras­si­sti­sche Impf­po­li­tik gebrand­markt werden.

Mer­ke: Auf die Gän­se­füß­chen kommt es an.