Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Volks-Fest-Monolog im Sommer

Ich gehör ja zur füh­ren­den Alter­na­ti­ven Par­tei im Ort. Wenn wir erst mal statt sie­ben sieb­zig! Stadt­ord­ner haben – gibts über­haupt so vie­le ord­nen­de Stadt­rä­te? – Weeß ich nich – aber wenn! – Dann weht der Wind anndersch!

Dann gibts näm­lich ein wirk­lich gern­deut­sches Volks­fest! Nicht wie jetzt, gemacht von die­sen Her­ge­loo­f­nen, den ver­mig­ger­ten Kul­tis. Die die Wie­se im Horst-Wes­sel … nee, der heeßt jetzt Hein­rich-Hei­no-Bark – zer­tram­peln. Man kann schon an einem ganz nor­ma­len Tag dort kaum lan­g­loo­fn. Hat mir der Kol­le­ge Win­ne oder Wer­ner gesagt. Der wohnt dort um die Ecke und hat das fast sel­ber erle­ben müs­sen. Wenn die Flichdlin­ge, die Asse­landn da, rum­hocken und sauf­rech – wirk­lich sauf­rech! – gucken. Und im Hoch­som­mer isses noch graus­li­cher. Inter­na­tio­nal! Musick! Feste! – behaup­ten die. Dabei ist nur Gesocks da. Sibi­ri­sche Musik, Nää­cher und Wei­ber mit Gobb­tie­chern. Geht paar Tage lang. Und dann sind wel­che da, die fast naggsch sind. Sol­che Wei­ber mit sol­chen Tüten! Das is doch kee­ne deut­sche Stadt nich mehr nich, unse­re Resi­denz! Das ist eine ram­mel­vol­le Stadt, in der am lieb­sten nur aus­län­disch geram­meld wird. Zu fres­sen gibbs bloß arab­sches Döner-Gel­um­be, grad mal an drei, fünf Stel­len noch änne Brad­worschd. Und über­all der Nää­cher-Dsch­äss! Die ver­mig­ger­ten Kul­tis tun dabei scheiß­freund­lich. Dabei ist das eine rei­ne­weg ori­en­ta­li­sche Hin­ter­list. Die wol­len unser Mit­tel­deutsch­land ischlammisieren!

Ich flüch­te so lan­ge auf mein Bärch, was für ande­re die Dat­sche ist. Wenn der Spuk vor­bei ist, komm ich wie­der. Und wie wir kom­men! Weil: Nach der näch­sten Wahl haben wir acht­und­drei­ßig Pro­zent. Mit vier­zig Stadt­ord­nern. Die rei­chen näm­lich, um das Ruder auf natio­na­le Linie rumzureißen.

Das haben wir Zwei­und­drei­ßig erlebt! Acht­und­drei­ßig Pro­zent! Wenn wir die haben, geht’s wie Zwei­und­drei­ßig los. Es geht lohoos … Wir sind näm­lich geschicht­lich-hysto­risch bewan­dert. Auch wenn die gluch­schei­ßen­den Volks­ver­het­zer das nicht glau­ben. Die Leu­te von den Alt­par­tei­en, die jedes Jahr das deut­sche Volk bei uns mit Aus­län­dern flu­ten, angeb­lich weil das ein Volks­fest für alle ist. Sind wir das Volks­fest­amt für die gan­ze Welt?

Nein, wir sind nicht das dum­me Volk! In unse­rem Kader haben wir Pro­fes­so­ren, Dok­to­ren und Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te. Wir haben gele­sen, wie das damals, also zwei­und­drei­ßig, war, als schon mal die System­par­tei­en von uns besiegt wor­den sind. Fried­lich und demo­kra­tisch, wie wir im Grun­de unser Leben leben. Aber rei­zen darf man uns nicht! Wir las­sen uns viel gefal­len, aber das Ara­ber­tum, das levan­ti­ni­sche, das muss nicht sein. Nicht in sol­chen Mas­sen. Da nüt­zen wir unse­re demo­kra­ti­sche Macht. Da stim­men wir die Stadt­ver­rä­ter nie­der. Hoch die hei­mi­sche Schwei­nebrad­worschd, ihr Aus­län­der­schwei­ne! Nie­der mit dem volks­feind­li­chen Rumgehubbe!

Für die Unrich­tig­keit der Gram­ma­tik und Recht­schrei­bung: Mat­thi­as Biskupek