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Herausgegeben von Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner,
Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschrift an die Lokalpresse

Das Coro­na­vi­rus rüt­telt die inter­na­tio­na­le Wirt­schaft und den Rei­se­ver­kehr ganz schön durch­ein­an­der. Und die län­der­über­grei­fen­den gesund­heit­li­chen Äng­ste der Men­schen und die inter­re­gio­na­len poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Kon­fron­ta­tio­nen auch. Letz­te­res kann sich aller­dings sogar vor­teil­haft aus­wir­ken: So sind die USA und Süd­ko­rea über­ein­ge­kom­men, ihre Manö­ver der Pan­de­mie wegen zu ver­schie­ben. Und die USA set­zen die Trup­pen­ver­le­gun­gen über den Atlan­tik für die NATO-Kriegs­übung »Defen­der 2020« wegen der Coro­na-Explo­sio­nen aus (vgl. dpa/​jW vom 14./15.3.20). Gut so! Ver­mut­lich will man ver­mei­den, selbst die Sol­da­ten wegen der Viren in Qua­ran­tä­ne neh­men zu müs­sen. Für den Infek­ti­ons­schutz blei­ben ohne­dies noch etli­che Fra­gen offen. So wird den Nor­mal­bür­gern nicht nur emp­foh­len, sich häu­fig und gründ­lich die Hän­de zu waschen – dar­auf muss man erst­mal kom­men! –, son­dern bei einem Nies­an­fall aus­rei­chen­den Abstand zum Neben­kör­per zu hal­ten und die Sekre­te nicht in die Früh­lings­land­schaft, son­dern in die eige­ne Arm­beu­ge zu husten. Aber wie? Soll man dazu die Ärmel hoch­krem­peln und das eige­ne ent­blöß­te Gelenk besprü­hen oder die per­sön­li­che Wäsche infi­zie­ren? Soll man zuvor sporn­streichs den Mund­schutz able­gen? Soll man nicht sich, son­dern dem Gesprächs­part­ner die Bazil­len in die Ellen­beu­ge sprü­hen? Oder soll man sich oder ande­ren aus hygie­ni­schen Grün­den bes­ser in die Knie­keh­len schneu­zen? Das dürf­te für Bür­ger im Senio­ren­al­ter aller­dings arti­sti­sche Hil­fe­stel­lun­gen erfor­dern! Und wie sol­len sich Kopf­tuch­trä­ge­rin­nen und Ver­mumm­te ver­hal­ten? Ist es zweck­mä­ßig, Geburts­ta­ge kur­zer­hand abzu­set­zen? Ver­mut­lich, dadurch könn­te auch das Lebens­al­ter gesenkt wer­den, so dass die Risi­ko­grup­pe der Älte­ren nicht zunimmt. Dass Schu­len dicht­ge­macht wer­den, kommt auf jeden Fall Quer­ein­stei­gern zugu­te. Sie kön­nen jetzt päd­ago­gi­sche Erfah­run­gen ohne direk­te Kon­tak­te zu Schü­lern erwer­ben. Aber wie kann man das Gedrän­ge in Bah­nen und Bus­sen noch effek­ti­ver neu­tra­li­sie­ren? Die Hal­te­grif­fe und Sitz­bän­ke aus­bau­en? Nur noch an den End­sta­tio­nen hal­ten? Fra­gen über Fra­gen! – Kuni­bert-Edel­fried Bleib­treu (74), Pen­sio­när ohne Befund, 02699 Niesendorf