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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschriften an die Lokalpresse

Kürz­lich gab mir eine Mel­dung in der Pres­se doch sehr zu den­ken: An die gegen­sei­ti­ge Bedro­hung und Nicht­ach­tung von Poli­ti­kern, an das Abfackeln ihrer Autos und ande­re gefähr­li­che Aus­wüch­se hat man sich ja schlim­mer­wei­se schon gewöhnt. Aber neu­er­dings kön­nen schon beson­ders herz­li­che Begrü­ßun­gen zu Kör­per­schä­den füh­ren! Wie der Ber­li­ner Kurier am 19. August berich­te­te, hat Ex-AfD-Lan­des­chef Kal­bitz sei­nen Par­tei­freund Hoh­loch in den Pots­da­mer Frak­ti­ons­räu­men kör­per­lich so hef­tig tou­chiert, dass sich sel­bi­ger wegen eines Milz­ris­ses in medi­zi­ni­sche Behand­lung bege­ben muss­te! Das wirft die Fra­ge auf, wie man die Abge­ord­ne­ten – wel­cher Par­tei­en auch immer – noch bes­ser vor­ein­an­der schüt­zen kann. Wäre es bei­spiels­wei­se sinn­voll, alle Volks­ver­tre­ter mit schuss­si­che­ren Westen, Abstands­sen­sor-App (1,50 Meter), Spray­do­sen und ande­ren Hilfs­mit­teln aus­zu­stat­ten? Viel­leicht könn­te dadurch ver­hin­dert wer­den, dass sich Schlag­zei­len in Schlä­ger­zei­len ver­wan­deln! – Robin­son Mei­er, Lebens­be­ra­ter, 07389 Grobenereuth

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Nach wie vor ist der Kampf des schö­nen Geschlechts um die Gleich­be­rech­ti­gung eines der häu­fig dis­ku­tier­ten sozia­len The­men. Unter­su­chun­gen beschäf­ti­gen sich mit Ungleich­hei­ten in der Ver­gü­tung der Geschlech­ter. Nach wie vor wer­den die Defi­zi­te in Füh­rungs­po­si­tio­nen oder die unglei­chen pro­zen­tua­len Antei­le in den Par­la­ments­frak­tio­nen offen­ge­legt und alle mög­li­chen Mei­nungs­um­fra­gen gestar­tet. Der Frust über die unbe­frie­di­gen­de Situa­ti­on scheint sich auch dar­in wider­zu­spie­geln, dass sich immer mehr Frau­en gegen kör­per­li­che Miss­hand­lun­gen kräf­tig zur Wehr set­zen. So hat die Schau­spie­le­rin Hay­den Panet­tie­re – wie der Ber­li­ner Kurier am 21. Juli berich­te­te – ihren Gat­ten ver­klagt und sei­ne Fest­nah­me aus­ge­löst. Aus der­sel­ben Aus­ga­be erfährt man aber auch, dass eine 84-jäh­ri­ge geschie­de­ne Frau ihren 73-jäh­ri­gen Ex erst mit einem Flei­scher­ham­mer attackiert und danach sicher­heits­hal­ber mit Ben­zin über­gos­sen und ange­zün­det hat. Der anste­hen­de Pro­zess muss­te wegen »erheb­li­cher Seh- und Hör­pro­ble­me« und »der kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen der Ange­klag­ten« aller­dings ver­scho­ben wer­den. Über­haupt bleibt der Justiz nichts ande­res übrig, als sich nicht nur der Schei­dung, son­dern auch der Gewalt in der Ehe zu wid­men, vor allem dann, wenn es um Pro­mis geht. So geht der Lon­do­ner Pro­zess um die Mimen Jon­ny Depp und Amber Heard schon in die drit­te Run­de. Bei­de, die sich 2016 nach 15-mona­ti­ger glück­li­cher Ehe unglück­lich trenn­ten, beschul­di­gen sich, wie die Ber­li­ner Zei­tung am 21. Juli mit­teil­te, gegen­sei­tig der Gewalt, bele­gen das mit Fotos ihrer attrak­ti­ven ram­po­nier­ten Gesich­ter und behaup­ten, dass es auf bei­den Sei­ten nicht nur Wider­wor­te, son­dern auch Todes­dro­hun­gen gege­ben habe. Die pri­va­te Tra­gö­die spal­tet erneut die aus der EU aus­ge­tre­te­ne Nati­on! Und über 460.000 Film­fans unter­schrie­ben eine Peti­ti­on gegen die wei­te­re Beset­zung Ambers in einer lau­fen­den Film­rei­he! Nur gut, dass es außer Coro­na auch noch ande­re pan­de­mi­sche The­men gibt! – Nathan Nobel (53), Media­tor, 17121 Wüstenfelde