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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Heute wie damals? Carl von Ossietzky und die Weimarer Republik - Der Publizist als Kassandra

Einen Geburts­tags­gruß an Ste­fan Groß­mann, den Her­aus­ge­ber der Wochen­schrift Tage-Buch, schloss Ossietzky: »Das Bewußt­sein, recht­zei­tig gese­hen und gespro­chen zu haben, es ist der schön­ste Tri­umph des akti­ven Publi­zi­sten.« Das Lob ist zugleich Trost. Denn Ossietzky, der auf Befürch­tun­gen und War­nun­gen ver­wies, die wäh­rend der Regie­rung Cuno im Tage-Buch geäu­ßert wur­den, weil die Regie­ren­den mit ihrem pas­si­ven Wider­stand gegen die fran­zö­sisch-bel­gi­sche Beset­zung des Ruhr­ge­bie­tes die Wäh­rung in die Hyper­in­fla­ti­on trie­ben, füg­te die ernüch­tern­de Fest­stel­lung an: »Die klei­nen grü­nen Hef­te blie­ben lan­ge iso­liert. War­um soll­te sich auch die soge­nann­te gro­ße Pres­se für … pah eine Zeit­schrift inter­es­sie­ren?« [1] Heu­te ste­hen Histo­ri­ker und eine an Zeit­ge­schich­te inter­es­sier­te Öffent­lich­keit vor der Fra­ge, war­um sie sich für Ossietzky, für die grü­nen Hef­te des Tage-Buchs und die roten der Weltbühne inter­es­sie­ren soll­ten. Genau bese­hen: Sie stel­len sich gar nicht die Frage.

In bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Gesamt­dar­stel­lun­gen der Wei­ma­rer Repu­blik wird Ossietzky mit Blick auf den Frie­dens­no­bel­preis allen­falls am Ran­de erwähnt. Auf die gesell­schafts­kri­ti­sche Sicht, die Ossietz­kys poli­ti­schen Urtei­len zugrun­de liegt, geht kei­ner ein. Zwar hat sich die in den 1960er Jah­ren auf­kom­men­de Sozi­al­ge­schich­te als Struk­tur­ge­schich­te von einer per­so­na­li­sie­ren­den Geschichts­schrei­bung nach dem Mot­to »Män­ner machen die Geschich­te« ver­ab­schie­det und poli­ti­sches Han­deln mit den in einer plu­ra­li­stisch gedach­ten Gesell­schaft viru­len­ten Grup­pen­in­ter­es­sen ver­knüpft, aber kla­re Struk­tu­ren erga­ben sich dabei nicht.

Der Histo­ri­ker Wolf­ram Pyta, so liest man, for­der­te von sei­nen Kol­le­gen, »der Kom­ple­xi­tät ihres Gegen­stan­des durch die Kunst fei­ner Dif­fe­ren­zie­rung gerecht zu wer­den«. [2] Dem ist nicht zu wider­spre­chen, aber über Dif­fe­ren­zie­run­gen darf nicht der Zusam­men­hang aus den Augen gera­ten. Viel­falt darf nicht nur beschrie­ben, sie muss begrif­fen wer­den. Die Auf­ga­be, zu erken­nen, »was die Welt im Inner­sten zusam­men­hält«, stellt sich auch dem Histo­ri­ker. Mephi­sto gibt dem Schü­ler, mit dem er sich einen Spaß machen will, den iro­ni­schen Rat: »Wer will was Leben­di­ges erken­nen und beschrei­ben, sucht erst den Geist her­aus­zu­trei­ben, dann hat er die Tei­le in sei­ner Hand, fehlt, lei­der! nur das gei­sti­ge Band.« [3]

Wel­ches Band durch­zieht die »plu­ra­li­sti­sche Demo­kra­tie«? Wie ver­trägt sich die Vor­stel­lung einer plu­ra­li­sti­schen Gesell­schaft mit der Idee des sou­ve­rä­nen Volks? Der mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­mer wählt Fried­rich Merz. Eine Dienst­lei­ste­rin wohl eher die Lin­ke. Ein Katho­lik wählt einen Mini­ster­prä­si­den­ten, der Kreu­ze in öffent­li­chen Gebäu­den auf­hän­gen lässt, eine Mus­li­ma eine Per­son, die dafür ein­tritt, dass sie in öffent­li­chen Gebäu­den ihr Kopf­tuch tra­gen darf. Ein Agno­sti­ker wählt bei­de nicht. Die Sor­ge um die Demo­kra­tie steht bei kei­ner Ent­schei­dung im Vor­der­grund, und auch die Gewähl­ten sind vor­nehm­lich bemüht, unter­schied­li­che Inter­es­sen auf einen Nen­ner zu brin­gen oder im Sin­ne der stär­ke­ren Lob­by zu entscheiden.

In einer Publi­ka­ti­on von Abhand­lun­gen über »Wei­ma­rer Ver­hält­nis­se«, die auf der Basis einer »histo­risch sach­kun­di­gen Bestands­auf­nah­me« deut­lich machen wol­len, wel­che in der Geschich­te Wei­mars abzu­le­sen­den Gefah­ren heu­te viru­lent sind oder in die Besen­kam­mer der Geschich­te ver­bannt wer­den kön­nen, wer­den ein­zel­ne Par­zel­len der plu­ra­li­sti­schen Gesell­schaft unter­sucht, die als »Schlüs­sel­the­men der histo­ri­schen For­schung« aus­ge­ge­ben wer­den. [4] Selbst bei allem Respekt vor der letzt­lich belie­big getrof­fe­nen Aus­wahl: Man ver­misst den Schlüs­sel, der den Gesamt­zu­sam­men­hang des plu­ra­li­sti­schen Gefü­ges erschließt. Sach­kun­de bleibt in Details stecken. Das hat sei­nen Grund. Wer den Schlüs­sel sucht, gerät in den Ver­dacht, Ideo­lo­ge zu sein. Das trifft beson­ders den, der meint, den Schlüs­sel in einem Ant­ago­nis­mus zu fin­den, also in einem Gegen­satz, der sich nicht in dau­er­haf­ten Kom­pro­mis­sen aus­glei­chen lässt, son­dern struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen erfor­dert, um sie auf­zu­he­ben. Wer als Anwalt »plu­ra­li­sti­scher Demo­kra­tie« die Augen vor Ant­ago­nis­men ver­schließt, beruft sich auf Erfah­rung und Ver­nunft, dank der er die Kom­ple­xi­tät der Welt nicht auf ein Freund-Feind-Den­ken redu­ziert. Doch sel­ber ope­riert er gleich mit zwei Fein­den: mit einem zur Lin­ken und einem zur Rech­ten. Es stört ihn nicht, dass sie ganz unter­schied­li­cher Art sind.

»Depo­suit poten­tes de sede et exal­ta­vit humi­les. Esu­ri­en­tes imple­vit bonis et divi­tes dimi­sit ina­nes«, preist Maria in ihrem Lob­ge­sang Gott. [5] »Er stürzt die Mäch­ti­gen vom Thron und erhöht die Nied­ri­gen. Die Hun­gern­den füllt er mit Gütern und lässt die Rei­chen leer aus­ge­hen.« Seit den Pro­phe­ten Isra­els durch­zieht die­se Melo­die die Mensch­heit, und seit der Auf­klä­rung lei­tet sie demo­kra­ti­sches Den­ken und Han­deln. Von ihr ver­lockt, wol­len Lin­ke das Übel an der Wur­zel fas­sen, indem sie die Besitz­ver­hält­nis­se so ändern, dass sie nicht mehr Quel­le von Herr­schaft sind. Wer von ihnen aller­dings mein­te, aus Lie­be zur Mensch­heit Men­schen ver­fol­gen und unter­drücken zu müs­sen, geriet auf grau­si­ge Abwe­ge. Rech­te stei­gern, um bestehen­de Besitz­ver­hält­nis­se zu schüt­zen, poli­ti­sche Herr­schaft ins Extrem. Gewalt ent­spricht ihrem Men­schen­bild und ihrer Men­ta­li­tät. Man muss zwi­schen Links­ra­di­ka­lis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus unter­schei­den, bei­des sprach­lich sau­ber aus­ein­an­der­hal­ten, statt es in einen Topf zu werfen.

Zu Ossietz­kys Zei­ten war die Ansicht ganz selbst­ver­ständ­lich, dass der Gegen­satz von Kapi­tal und Arbeit die plu­ra­li­sti­sche Viel­falt der Gesell­schaft domi­niert. Nur gin­gen die Mei­nun­gen, wie man den Klas­sen­ge­gen­satz auf­he­ben könn­te, aus­ein­an­der. Dem Gau­kel­bild einer natio­na­len Iden­ti­tät fol­gend, pro­pa­gier­ten extre­me Rech­te eine »Volks­ge­mein­schaft«, aus der sie gesell­schafts­kri­tisch Den­ken­de, die sich für die Eman­zi­pa­ti­on der unter­drück­ten Klas­sen ein­setz­ten, mit Ter­ror aus­schlie­ßen woll­ten und auch aus­schlos­sen. Den Gegen­pol des Mei­nungs­spek­trums bil­de­ten radi­ka­le Lin­ke mit ihrer wenig rea­li­sti­schen Vor­stel­lung, die Klas­sen­herr­schaft durch eine veri­ta­ble Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats stür­zen zu können.

Ossietzky woll­te kei­ne Dik­ta­tur, weder als vor­über­ge­hen­de Maß­nah­me noch als Dau­er­zu­stand. Das gesell­schaft­li­che Sein, das nach Marx das Bewusst­sein bestimmt, bestand für ihn nicht nur in mate­ri­el­len Pro­duk­tiv­kräf­ten und Besitz­ver­hält­nis­sen. Er sah es vor allem in der »Denk­art« der Men­schen begrün­det, wor­un­ter er auch ihre Men­ta­li­tät ver­stand. Eine »Denk­art« kann beein­flusst, aber nicht ver­ord­net wer­den. Die Auf­ga­be der Kriegs­ge­rich­te, schreibt er im Kai­ser­reich in einer Urteils­schel­te, bestehe dar­in, »den ›Unter­ta­nen‹ an das Prin­zip der Auto­ri­tät, der unbe­ding­ten Dis­zi­plin zu erin­nern. […] Das bür­ger­li­che Leben bringt eine höchst gefähr­li­che Gleich­ma­che­rei mit sich. Also muß dar­an erin­nert wer­den, daß es noch Klas­sen gibt.« [6] Als ein wesent­li­ches Kri­te­ri­um von Klas­sen­ge­sell­schaft mach­te er in die­sem Fal­le die Unter­ta­nen­men­ta­li­tät aus. Der noch jun­gen Repu­blik warf er vor, sich nicht zu einem neu­en Geist bekannt zu haben, kei­nen Strich unters Ver­gan­ge­ne gemacht, son­dern »einen dicken, weit­hin sicht­ba­ren Bin­de­strich« gezo­gen zu haben. Auch hier­bei dach­te er nicht an das von ihm durch­aus beklag­te Fort­wu­chern kapi­ta­li­sti­scher Besitz­ver­hält­nis­se, son­dern an den »Mili­ta­ris­mus«, an die »mili­tä­ri­sche Ideo­lo­gie«, die das Kai­ser­reich gezüch­tet habe und an der es zugrun­de gegan­gen sei. Ein »Abrücken von dem Bann­kreis jener Gedan­ken« hät­te nach Ossietzky die erste Tat der Repu­blik sein müs­sen. [7] Doch sie unter­ließ es, und am Ende fehl­te ihr der Schneid, gegen SA-Füh­rer anzu­tre­ten, die als Frei­korps­of­fi­zie­re in der Revo­lu­ti­on begon­nen hat­ten, eine »Blut­li­nie« durch die Repu­blik zu zie­hen. [8]

Die Ent­wick­lung der Repu­blik ver­lief ganz anders, als es Ossietzky erwar­te­te. Er war der Auf­fas­sung, dass »Bür­ger« und »Arbei­ter« – er schrieb nicht »Bour­geois« und »Pro­le­ta­ri­er« – den zwi­schen ihnen bestehen­den Klas­sen­ge­gen­satz fried­lich über­win­den kön­nen, wenn sie als Demo­kra­ten die Mög­lich­kei­ten nut­zen, die ihnen die Ver­fas­sung bie­tet. Er muss­te jedoch erle­ben, dass Ansät­ze zu einer wei­ter­füh­ren­den Demo­kra­ti­sie­rung bald zum Erlie­gen kamen. Die kapi­ta­li­sti­schen Besitz­ver­hält­nis­se sta­bi­li­sier­ten sich inner­halb der demo­kra­ti­schen Repu­blik, wobei die vom Kai­ser­reich über­kom­me­ne anti­de­mo­kra­ti­sche »Denk­art« wie­der­auf­leb­te. Sehr früh erkann­te Ossietzky die Gefahr, die dem Ver­fas­sungs­staat von der extre­men Rech­ten droh­te, und wie fatal sich für die Repu­blik die Aus­gren­zung und Bekämp­fung der radi­ka­len Lin­ken auswirkte.

Dem folgt das Gros der Histo­ri­ker heu­te nicht. Im Ban­ne der im Kal­ten Krieg gebo­re­nen Gleich­set­zung von NSDAP und KPD als »tota­li­tä­re« Par­tei­en setz­te sich die Auf­fas­sung durch, dass die Wei­ma­rer Repu­blik dem Angriff der Extre­me von rechts und links erle­gen sei. Das ist mit der gesell­schafts­kri­ti­schen Sicht Ossietz­kys nicht ver­ein­bar, und also wird er igno­riert. Ein Bei­spiel: Wolf­ram Pyta, ein renom­mier­ter Hin­den­burg-For­scher, schreibt zur Reichs­prä­si­dent­schafts­wahl 1932, dass »nur weni­ge Zeit­ge­nos­sen ahn­ten«, dass die anfäng­li­che Wei­ge­rung des wie­der­ge­wähl­ten Hin­den­burg, Hit­ler zum Reichs­kanz­ler zu beru­fen, »nur eine vor­läu­fi­ge sein wür­de«. [9] Er hät­te mit Ossietzky eine rühm­li­che Aus­nah­me nen­nen kön­nen. In der Hin­den­burg-Bio­gra­phie eines Histo­ri­ker­kol­le­gen, der Ossietzky aus­gie­big zitiert, hät­te er aus­rei­chen­des Mate­ri­al gefun­den. Doch Wolf­gang Ruge forsch­te in der DDR und galt mit­hin nicht als dis­kus­si­ons­wür­dig. [10] Es ist dies wohl weni­ger ein Zei­chen von Arro­ganz als von Unver­mö­gen. Bei allen Angriffs­flä­chen, die mar­xi­stisch-leni­ni­sti­sche Geschichts­schrei­bung fach­li­cher Kri­tik bie­tet, nötigt sie doch zu gesell­schafts­kri­ti­schem Den­ken, dem sich ein Main­stream­hi­sto­ri­ker nicht aus­set­zen möch­te. So fal­len bei der Bemer­kung über Hin­den­burg auch die gewiss nicht weni­gen Kom­mu­ni­sten unter den Tisch, die vor der Wie­der­wahl Hin­den­burgs mit dem Slo­gan warn­ten: »Wer Hin­den­burg wählt, wählt Hit­ler; wer Hit­ler wählt, wählt den Krieg.«

»Denk­art«, Bewusst­sein und Men­ta­li­tät, sind heu­te demo­kra­tie­ver­träg­li­cher als zu Ossietz­kys Zei­ten, und Klas­sen­kämp­fe wer­den nicht mehr offen auf poli­ti­scher Büh­ne aus­ge­tra­gen. Doch das pre­kä­re Ver­hält­nis von kapi­ta­li­stisch gepräg­ter Gesell­schaft und demo­kra­ti­schem Ver­fas­sungs­staat besteht wei­ter­hin. Es wird nicht einer demo­kra­ti­schen Kri­tik unter­zo­gen, und das land­läu­fi­ge Ver­ständ­nis von Demo­kra­tie, bei dem wohl die Ver­fas­sung, aber nicht die gesam­ten Lebens­ver­hält­nis­se in den Blick gera­ten, wird nicht in Fra­ge gestellt. Ossietz­kys Auf­fas­sun­gen vom Schei­tern der ersten deut­schen Demo­kra­tie sind aus dem kol­lek­ti­ven Gedächt­nis gelöscht, was einer poli­ti­schen Bil­dung nicht gera­de zuträg­lich ist, die gegen rechts­po­pu­li­sti­sche Ten­den­zen wapp­nen soll. Immer­hin regt sich wie­der das Unbe­ha­gen, das die Fra­ge berei­tet, wie­viel Wei­mar in unse­rer Repu­blik steckt. Es zeigt sich sogar ein Inter­es­se an Ossietzky – aller­dings nicht in der Geschichts­schrei­bung. Sie folgt der Opi­nio com­mu­nis, die mit gutem Grund als herr­schen­de und nicht sprach­lich rich­tig als all­ge­mei­ne ins Deut­sche über­setzt wird.

Zu den ein­zel­nen Bei­trä­gen: Die Abhand­lung über Ossietz­kys Hal­tung zur par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie wur­de als Vor­trag an der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek der Carl von Ossietzky Uni­ver­si­tät in Olden­burg gehal­ten. Die Par­tei­en der dama­li­gen poli­ti­schen Mit­te, die mit der Reak­ti­on die Insti­tu­tio­nen des Ver­fas­sungs­staats aus­höhl­ten, von Ossietzky gering­schät­zig »Juste milieu« genannt, sind Gegen­stand einer anschlie­ßen­den nähe­ren und gegen­warts­na­hen Betrach­tung. Weni­ger auf­schluss­reich für den Unter­gang der Repu­blik, aber nicht min­der aktu­ell sind Ossietz­kys Aus­las­sun­gen über Juden in Palä­sti­na und Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land. Sie füh­ren in die gegen­wär­tig auf­flam­men­de Dis­kus­si­on über Abgren­zun­gen und Über­gän­ge zwi­schen poli­ti­scher Kri­tik an der israe­li­schen Regie­rung und Anti­se­mi­tis­mus, einer ras­si­sti­schen, nicht poli­ti­schen, wenn auch poli­tisch höchst wirk­sa­men »Denk­art«. Ver­wie­sen sei zudem ergän­zend auf mei­nen bei der Ossietzky-Mati­nee am 3. Okto­ber 2019 gehal­te­nen Vor­trag »Pazi­fi­sten und Abrü­stung: Foer­ster und Ossietzky«, in dem ich anhand der Abrü­stungs­kon­fe­ren­zen des Völ­ker­bun­des die grund­sätz­li­che Kri­tik Ossietz­kys und ande­rer Pazi­fi­sten an dem Ver­hal­ten der Groß­mäch­te auf­zei­ge, die den Völ­ker­bund als Tri­bü­ne zur Aus­tra­gung eige­ner Inter­es­sen benutz­ten (abge­druckt in Ossietzky 20/​2019).

 

[1] Carl von Ossietzky: »Sämt­li­che Schrif­ten«, Rowohlt 1994, Art. 506, Z. 129- 133; [2] Wolf­ram Pyta in sei­nem Gut­ach­ten zum Ver­hal­ten des Kron­prin­zen gegen­über den Nazis, S. 43. Der zitier­te Histo­ri­ker ist Tho­mas Nip­per­dey. [3] Faust I, 382f. und 1936-1939; [4) »Wei­ma­rer Ver­hält­nis­se?«, her­aus­ge­ge­ben von Andre­as Wir­sching, Bert­hold Koh­ler, Ulrich Wil­helm, Stutt­gart 2018, S. 9ff. [5] Lukas-Evan­ge­li­um Kapi­tel 1, Vers 52f.; [6] Art. 10, Z. 43-47; [7] Art. 129, Z. 17-47; [8] Art. 955, Z. 45-49; [9] Wolf­ram Pyta, S.18; [10] Wolf­gang Ruge: »Hin­den­burg. Por­trät eines Mili­ta­ri­sten«, Köln 1981