Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Antwort

Anna­le­na Baer­bock: Schlecht gelau­fen – Lie­be Frau Baer­bock, dass Sie und Ihr »Politprofi«-Team den Beginn des Wahl­kamp­fes der­art ver­sem­melt haben, kann einem fast schon irgend­wie leid­tun. Es gibt aber auch wirk­lich »gemei­ne« Leu­te, die noch das klein­ste Haar in der Sup­pe fin­den wol­len – und gera­de­zu »Kam­pa­gnen« gegen Sie füh­ren. Dass Sie das über­rascht hat, über­rascht aller­dings uns. Sie sind doch schon ein paar Tage in der poli­ti­schen Are­na, und Sie bewer­ben sich gera­de um nichts Gerin­ge­res als die Kanz­ler­schaft. Und da erwar­ten Sie ein Soft­ball-Spiel und gön­nen sich klei­ne, läss­li­che Schum­me­lei­en? Na, sei’s drum. Schau­en wir nach vorn! Noch ist ja nichts verloren.

Viel­leicht kön­nen wir für ein wenig Ent­la­stung sor­gen. Wenn Ihnen wei­ter­hin danach ist, irgend­wo irgend­was abzu­schrei­ben – nur zu! Wir bie­ten Ihnen den Ossietzky an. Vie­le unse­rer Autorin­nen und Autoren sind – lesend, schrei­bend, mar­schie­rend – in der Frie­dens­be­we­gung aktiv. Schrei­ben Sie bei uns ab, lie­be Frau Baer­bock. Wir bestehen in kei­ner Wei­se dar­auf, dass Sie uns als Quel­le nen­nen. Nie­mand näh­me Ihnen hier »Pla­gia­te« übel. Im Gegen­teil, wir wür­den uns freu­en, wenn Sie end­lich mal – und sei es mit unse­ren Wor­ten – für eine fried­li­che Welt ein­tre­ten, für Abrü­stung, gegen Auf­rü­stung, für Ent­span­nung, gegen die Bom­be – und Ihre Par­tei damit zu ihren frie­dens­po­li­ti­schen Wur­zeln zurück­führ­ten. Wir bit­ten gera­de­zu dar­um. Soll­ten Sie hin­ge­gen bei Ihrem Kurs blei­ben, auf die übli­che Art und Wei­se als »regie­rungs­fä­hig« und gera­de nicht als »Alter­na­ti­ve« ange­se­hen wer­den zu wol­len, wis­sen wir auch beim besten Wil­len kei­nen Grund, war­um Sie jemand den »Ori­gi­na­len« vor­zie­hen sollte.