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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Das Chaos vor der Katastrophe

Manch einem lagen jüngst Ver­glei­che zwi­schen der Gegen­wart und den Jah­ren vor 1933 flink auf der Zun­ge, doch wer Peter Walt­hers Buch gele­sen hat, wird vor­sich­ti­ger argu­men­tie­ren. Es war schon eine chao­ti­sche und beäng­sti­gen­de Zeit mit einem rasan­ten Zuwachs der Natio­nal­so­zia­li­sten, doch es war auch vie­les ganz anders: die Arbeits­lo­sen, die Par­tei­en­land­schaft, der begin­nen­de Bürgerkrieg …

Walt­her geht aus von den Lebens­läu­fen neun Pro­mi­nen­ter von damals, dar­un­ter Carl und Maud von Ossietzky, Hein­rich Brü­ning, Erik Jan Hanus­sen, Otto Braun, Franz von Papen und Ernst Thäl­mann. Die Ereig­nis­se zwi­schen 1930 und 1933 behan­delt er in einem wei­te­ren Block, um dann noch ein­mal über die Lebens­en­den sei­ner Prot­ago­ni­sten zu infor­mie­ren. Das ist ein Buch vol­ler Details und Recher­che, teil­wei­se ver­wir­rend wie die Zeit, die er beschreibt. Einer­seits, das wird deut­lich, ist der Wert von Demo­kra­tie nicht hoch genug zu schät­zen. Ande­rer­seits ist wohl Poli­tik als schlech­tes Hin­ter­zim­mer­ge­schäft nicht aus­zu­rot­ten. Ein Buch zur rech­ten Zeit.

Peter Walt­her: »Fie­ber. Uni­ver­sum Ber­lin 1930-1933«, Auf­bau Ver­lag, 364 Sei­ten, 22 €