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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Hirnbesitzer

Rund um die Welt fei­ert man in die­sem Jahr den 250. Geburts­tag des Kom­po­ni­sten Lud­wig van Beet­ho­ven. Aller­or­ten fin­den Ver­an­stal­tun­gen zu sei­nen Ehren statt. Und es gibt wohl kaum jeman­den, dem nicht zumin­dest sei­ne neun­te und auch die fünf­te (Schicksals-)Sinfonie bekannt sind. Der Kom­po­nist war trotz sei­ner eher beschei­de­nen schu­li­schen Aus­bil­dung auch ein Kri­ti­ker der Ver­hält­nis­se sei­ner Zeit. Ich erin­ne­re mich noch gut, wie ich wäh­rend mei­ner Ober­schul­zeit – was nun auch schon fast ein hal­bes Jahr­hun­dert zurück­liegt – in mei­nem Lehr­buch für das Fach Musik auch auf Äuße­run­gen von Beet­ho­ven stieß, die mich beein­druck­ten. Dort war zu lesen, dass Beet­ho­ven einst einem Für­sten schrieb: »Fürst, was Sie sind, sind Sie durch Zufall, durch Geburt, aber was ich bin, bin ich durch mich. Für­sten hat es und wird es noch Tau­sen­de geben, aber Beet­ho­ven nur einen.« Als ihn einst ein Brief eines Zeit­ge­nos­sen erreich­te, der als Absen­der sei­nem Namen den Zusatz »Guts­be­sit­zer« hin­zu­ge­fügt hat­te, ant­wor­te­te ihm Beet­ho­ven und schrieb am Ende hin­ter sei­nem eige­nen Namen »Hirn­be­sit­zer«.