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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschrift an die Lokalpresse

Bei Infor­ma­tio­nen über Bau­pla­nun­gen, Men­schen­be­we­gun­gen, tech­ni­sche Anfor­de­run­gen, Ent­wick­lungs­ten­den­zen, Gebur­ten­ra­ten, Stör­fak­to­ren oder Kosten­be­rech­nun­gen aller Art stößt man immer wie­der auf For­mu­lie­run­gen, die einem die Unwäg­bar­kei­ten von Vor­ha­ben eben­so vor Augen füh­ren wie die Unfä­hig­keit angeb­li­cher Fach­leu­te. Da ist stän­dig die Rede von »höher als kal­ku­liert«, »mehr als berech­net«, »stär­ker als ange­nom­men«, »inten­si­ver als befürch­tet«, »weni­ger als erhofft«, »mehr als ver­mu­tet« oder »spä­ter als erwar­tet«. Und dann folgt die Begrün­dung der Ver­drei- oder Ver­zehn­fa­chung der berech­ne­ten finan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen. Das Bei­spiel des BER ist dabei schon so aus­ge­lei­ert, dass es in Kaba­rett­bei­trä­gen nur noch ein gequäl­tes Gäh­nen her­vor­ruft. Auf jeden Fall aber hat der BER Maß­stä­be gesetzt bezie­hungs­wei­se ver­än­dert, Bau­ver­zö­ge­run­gen unter zehn Jah­ren wer­den inzwi­schen als Erfolg gefei­ert. So schrieb die Mor­gen­post vor eini­ger Zeit über die Ver­län­ge­rung der Ber­li­ner U-Bahn­li­nie 5: »Mit einer Ver­spä­tung von nur einem Jahr kann das Groß­pro­jekt für Ber­li­ner Ver­hält­nis­se als gera­de­zu vor­bild­haft gel­ten. Offen ist indes, ob der zwi­schen­zeit­lich um 92 Mil­lio­nen auf 525 Mil­lio­nen Euro erhöh­te Kosten­rah­men ein­ge­hal­ten wer­den kann.« Glück­wunsch zu die­sem flot­ten U-Bahn-Schnäpp­chen mit 2,2 Kilo­me­tern Län­ge! – Wal­hal­la Ver­mut­lich (62), Pen­sio­nä­rin, 09477 Schmalzgrube