Walhelfer: Trauriger Abschied von Timmy – Ein Buckelwal liegt vor der deutschen Ostseeküste im Sterben. Es ist vermutlich seit tausenden von Jahren immer mal wieder vorgekommen, dass sich einzelne dieser faszinierenden Tiere ins seichte Wasser verirren, auf Grund geraten, sich nicht mehr befreien können und eines natürlichen Todes sterben. Das ist eine Tragödie, zweifellos. Vielleicht sogar ein Menetekel, eine warnende Mahnung, unseren Umgang mit der Natur zu verändern. Obwohl wir uns in diesem speziellen Fall, nach allem, was wir bislang wissen, nichts vorzuwerfen haben. Im Gegenteil. Kein Walfänger hatte das Tier zuvor verletzt, das Wasser im Bereich der heimtückischen Sandbank hatte laut Expertenanalysen Badequalität. Und wir? Wir haben weder Mühen noch Kosten gescheut: Naturschützer, Tierärzte, Rettungstaucher waren vor Ort, es wurde schweres Bergungsgerät eingesetzt, um dem armen Tier zu helfen; der große Fisch bekam einen menschelnden Namen, und alle Medien berichteten ausführlich über seinen mutmaßlichen Gesundheits- und Gemütszustand. Zuletzt bildeten mehr als hundert Menschen eine Menschenkette, aus Protest dagegen, dass die als aussichtslos eingeschätzten Rettungsaktionen eingestellt werden sollen. Alles in allem ein denkwürdiges Zeichen unseres Mitgefühls, unserer Rechtschaffenheit, unserer fabelhaften Naturverbundenheit. Es wäre zu wünschen, dass die Dutzenden Flüchtlinge, die gleichzeitig vor Lampedusa ihr Leben lassen, eine auch nur annähernd ähnliche Anteilnahme erfahren.