Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Antwort

Süd­deut­sche Zei­tung: Frie­den? Weg damit! – Sehr geehr­te Chef­re­dak­ti­on, erst wer­den wir von Ihrem Blatt tage­lang über das höchst effek­ti­ve Bom­bar­de­ment zur Dezi­mie­rung der ara­bi­schen Zivil­be­völ­ke­rung auf­ge­klärt, das natür­lich alter­na­tiv­los ist. Dann wird kom­men­tar­los die For­de­rung des grü­nen Vor­sit­zen­den nach Bewaff­nung der Ukrai­ne prä­sen­tiert. Weni­ge Tage spä­ter kommt Ihre Zei­tung mit einer Sei­te drei vol­ler Kriegs­het­ze zum Woh­le von Rhein­me­tall daher. Und in einer Über­schrift hieß es kürz­lich: »Nicht genug Geld für die Trup­pe«. Ohne Fra­ge­zei­chen! Als hät­ten Sie das Wort »Frie­den« haus­in­tern zum Unwort erklärt. Ver­mut­lich nicht, weil es etwas Schlech­tes aus­drückt, wie die regel­mä­ßig gewähl­ten Unwör­ter des Jah­res. Son­dern schlicht, weil es nicht mehr oppor­tun ist. Es ist unmög­lich, unsag­bar, unnö­tig, unsin­nig, uner­träg­lich, unrea­li­stisch – und was nicht sonst noch alles. Also: Weg damit. Der Krieg ist das Nor­ma­le. End­lich ist da ein deut­scher Pan­zer, der bes­ser für den Krieg gerü­stet sein soll als alle ande­ren. Sor­gen macht man sich allen­falls, ob er bei minus 46 Grad noch anspringt und bei plus 50 Grad noch geeig­net ist für schwan­ge­re Sol­da­tin­nen. Das sind ja so die nor­ma­len Tem­pe­ra­tu­ren bei uns. Aber nein, der Puma kommt ja in erster Linie in die Trans­port­flug­zeu­ge für die Krie­ge in aller Welt. Es geht um »Dran, drauf, drü­ber!« Aber weil der neue Puma hier doch ein­mal pro­be­wei­se zum Ein­satz kom­men kann, bekommt er auch einen Rück­spie­gel, zum Fah­ren auf der Stra­ße, »wenn gera­de nicht Krieg ist«. Geht’s noch?