Im Oktober 2025 erklärten Friedensaktivisten: »Wir leben im gefährlichsten Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gefahr, in einen atomaren Abgrund zu taumeln oder durch einen konventionellen Krieg umzukommen, ist real. An dieser Weggabelung stehen wir für eine friedliche und solidarische Welt der Gemeinsamen Sicherheit, Solidarität und Nachhaltigkeit für alle Menschen. Wir sagen Nein zur Aufstellung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland! Die geplanten Hyperschallraketen Dark Eagle steigern die Spannungen und sind insbesondere für Deutschland eine Gefahr, zum Ziel eines Präventivangriffs zu werden. Überdies fördern die geringen Vorwarnzeiten das Risiko von Fehlreaktionen. Die Stationierung wurde ohne jede öffentliche und parlamentarische Diskussion entschieden. Abrüstungsverhandlungen sind nicht vorgesehen. Wir bleiben dabei, Konflikte und Rivalitäten nicht militärisch zu lösen, sondern alles zu tun, Kriege zu vermeiden oder zu beenden. Dieser Aufgabe darf sich niemand entziehen.«
Über diesen Berliner Appell, der inzwischen zahlreiche Unterstützer gefunden hat, wurde in den großen Medien ebenso wenig berichtet, wie über die noch vor Trumps Amtsantritt vereinbarte und nie vom Bundestag beschlossene Aufstellung neuer Mittelstreckenwaffen. Jetzt hat Trump angedeutet, sich nicht an die Abmachung der vorigen Regierungschefs halten zu wollen – und da erfährt man in Medien erstmals, dass es eine solche Vereinbarung überhaupt gab. Und dass Deutschland über Trumps Absage außerordentlich besorgt sei. »Deutschland« war aber ahnungslos, und es gibt keinen Beleg dafür, dass außer den Printmedien a la Funke, Lensing und Springer und der Bundeswehrführung noch irgendjemand sonst besorgt ist über die Aussicht, dass die Raketen nicht aufgestellt werden. Dass sie nicht kommen, kann uns alle nur freuen!
Äußerst besorgt sein muss man allerdings über den Aufmacher in der Westfälischen Rundschau und anderen Blättern vom 12. Mai 2026, demzufolge unser Land nunmehr in strategische Partnerschaft mit der kriegführenden Ukraine eintritt, um »modernste Systeme in allen Reichweiten« herzustellen und »wichtige Angriffsziele weit im Hinterland Russlands zu zerstören«. Deutschland steht also kurz vor dem Eintritt in den Krieg gegen Russland. Und in den Zeitungen findet sich kein Wort der Warnung. Übrigens auch kaum ein Wort über die Proteste der Jugend gegen den Kriegsdienst und über den DGB-Kongress gegen den rasanten Sozialabbau, der eine Folge der Politik der von Pistorius eifrigst angestrebten »Kriegstüchtigkeit« ist.