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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschrift an die Lokalpresse

Seit über einer Woche erhitzt das Thü­rin­ger Wahl­cha­os die frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Gemü­ter rund um den Renn­steig und in den bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Nach­bar­ge­mein­den. Amts­in­ha­ber zie­hen ihre Zusa­gen von selbst zurück oder wer­den von höch­ster Stel­le aus zurück­ge­pfif­fen. Der CDU-Che­fin-Amts­ver­zicht von Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, der Her­tha-Trai­ner-Rück­tritt von Jür­gen Klins­mann, der Amts­ver­zicht von Marx – nein, der Kar­di­nal ist gemeint –, die Schei­dung der 12-Tage-Ehe von Pame­la Ander­son und die Abbe­ru­fung des Ost­be­auf­trag­ten Chri­sti­an Hir­te haben bewirkt, dass man vom USA-Prä­si­den­ten trotz sei­nes Ver­fah­rens die­ser Tage so wenig gehört hat wie lan­ge nicht. Nicht ein­mal die unge­stü­me Wet­ter­ni­xe Sabi­ne konn­te mit ihrem mehr­tä­gi­gen Orkan die Per­so­nal­de­bat­ten kip­pen – es sei denn, durch stor­nier­te Flug- und Bahn­ver­bin­dun­gen zu den Kri­sen­sit­zun­gen in Ber­lin und Erfurt. Da freut man sich über jede Idee, die vom Per­so­nal­cha­os ablenkt, sei­en es nun die Kar­ne­vals­re­den der Poli­ti­ker oder die selbst­be­wuss­te Ein­bür­ge­rung von Wild­schwei­nen und Füch­sen in die Groß­städ­te. Jetzt hat die Ber­li­ner Woche (12.2.20) den erbit­ter­ten Streit um die Ein- und Zwei-Cent-Mün­zen auf­ge­grif­fen und die Leser befragt, ob sie abge­schafft wer­den sol­len oder nicht. Das Resul­tat: 45 Pro­zent waren dage­gen, 55 Pro­zent votier­ten dafür. Ich fin­de, so ein­fach kann man sich das nicht machen. Des­halb inter­es­siert mich, wie sich die Stim­men auf die Par­tei­en ver­tei­len, inwie­weit sich die Befra­gungs­re­sul­ta­te regio­nal von­ein­an­der unter­schei­den, ob geschlechts­spe­zi­fi­sche Beson­der­hei­ten fest­stell­bar sind, ob die Recher­che auch digi­tal erfolg­te und ob Fort­set­zun­gen vor­ge­se­hen sind. Der Gründ­lich­keit hal­ber fra­ge ich auch an, ob zur Ja/N­ein-Alter­na­ti­ve even­tu­ell wei­te­re Vari­an­ten vor­ge­se­hen sind. Zum Bei­spiel könn­te man zur Ent­la­stung der Geld­beu­tel und Rol­la­to­ren der Senio­ren anstel­le der Ein-Cent- und Zwei-Cent-Mün­zen zur Prä­gung von Drei-Cent-Mün­zen über­ge­hen. – Adal­bert Auf­recht (64), Pen­sio­när, 35516 Münzenberg