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Herausgegeben von Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner,
Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschriften an die Lokalpresse

Im Coro­na­zeit­al­ter freut man sich seit lan­gem über jeden Medi­en­bei­trag, der nichts mit der Pan­de­mie zu tun hat. So wur­de am 2. Juni 21 in der Havel­land-Vari­an­te der Mär­ki­schen All­ge­mei­nen auf der »Panorama«-Seite dar­über berich­tet, dass in einer Schatz­kam­mer unter dem Bre­mer Rats­kel­ler »unsterb­li­che Trop­fen von Deutsch­lands älte­stem Fass­wein aus dem Jah­re 1653« und schier unbe­zahl­ba­re Spit­zen­wei­ne aus aller Welt gela­gert wer­den. Die­ses Refu­gi­um darf nur vom Bre­mer Bür­ger­mei­ster und vom Rats­kel­ler­mei­ster geöff­net und betre­ten wer­den. Das brach­te mich auf den Gedan­ken, dass durch ähn­li­che Lager­stät­ten und Regu­la­ri­en auch die Hor­tung und Fehl­lei­tung von lebens­ret­ten­den Impf­stof­fen hät­te ver­mie­den wer­den kön­nen. Vom Alko­hol ler­nen muss folg­lich nicht unbe­dingt ver­werf­lich sein.

Par­don, ich bre­che ab, denn jetzt sind wir schon wie­der beim Jah­res­the­ma angelangt.

Man­ches hät­te man halt frü­her wis­sen müs­sen. Nor­ma-Sabri­na Fin­dig (46), Ange­stell­te im Öffent­li­chen Dienst, 14656 Brieselang

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Ich begrü­ße es sehr, dass sich der Natur­schutz­bund NABU in die­sem Jahr ver­stärkt mit den Lebens­be­din­gun­gen bedroh­ter ein­hei­mi­scher Vogel­ar­ten beschäf­tigt und Lieb­ha­ber der gefie­der­ten Sän­ger zu Vogel­zäh­lun­gen auf­ruft. Dabei wird im Havel­län­di­schen Teil der Mär­ki­schen All­ge­mei­nen vom 2. Juni 21 sogar über Rauch­schwal­ben berich­tet, die in zwei Jahr­zehn­ten haus- und fami­li­en­treu gewor­den sind, in zwei Räu­men der Gast­ge­ber­fa­mi­lie Kir­chert in Frie­sack nisten und hin­ter Bil­der­rah­men sogar brü­ten. Dabei hät­ten die Vögel »durch­aus Gespür für Kunst und Hand­werk« erken­nen lassen.

Am Hau­se wur­de übri­gens eine NABU-Pla­ket­te ange­bracht, die bekun­det, dass Schwal­ben hier herz­lich will­kom­men sind. Es wird sich zei­gen, ob und wie ande­re Vögel dar­auf reagieren.

Im Teil »Land und Leu­te« der­sel­ben Aus­ga­be bin ich beim wei­te­ren Blät­tern auf einen Bericht über eine Ergo­the­ra­peu­tin gesto­ßen, die sich frei­zeit­lich nicht nur mit Schwal­ben, son­dern auch mit Sper­bern und Spat­zen beschäf­tigt. In unse­rem Fal­le bezieht sich die Lieb­ha­be­rei aller­dings nicht auf Vögel, son­dern auf Zwei-Takt-Mopeds und Motor­rol­ler die­ses Typs aus der DDR-Seri­en-Pro­duk­ti­on. Deren »knat­tern­des Geräusch« und deren »mar­kan­ter Gestank« bewog die Inter­es­sen­ten unter Lei­tung von Sil­ke Gute aus Sau­en 2015 zur Grün­dung des Clubs »Zwei­takt­pio­nie­re«.

Seit­dem bemü­he ich mich dar­um, zwi­schen bei­den in der­sel­ben Zei­tung erschie­ne­nen Bei­trä­gen einen Bezug her­zu­stel­len. Da bin ich selbst als Frau vom Fach nach­hal­tig über­for­dert. Adel­heid Amsel (51), Orni­tho­lo­gin, 15370 Vogelsdorf

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»Wulffs wie­der zusam­men« froh­lockt die PAN­ORA­MA-Sei­te des Ber­li­ner Kurier am 4. Juni 2021. Da bin ich aber froh! Der Ex-Bun­des­prä­si­dent (61) hat sei­ne Ex-Wulffin Bet­ti­na (47) im drit­ten Anlauf »am Ran­de eines Bene­fiz­golf­tur­nie­res in ihrem Wohn­ort Burg­we­del« offen­sicht­lich zurück­ge­golft. »Wir leben zusam­men«, kom­men­tier­te die wie­der­hol­te Braut die erneu­er­te Bezie­hung. Das nen­ne ich Nach­hal­tig­keit in den Lie­bes­be­zie­hun­gen. Der Anwalt der zuvor mehr­mals miss­lun­ge­nen Part­ner­schaft erklär­te, dass sich die cor­pi delic­ti »über die bekann­te Tat­sa­che als sol­che hin­aus nicht äußern möch­ten«. Gut so! Das Leben besteht nicht nur aus Ehe-Not­stän­den und Ehe-Inno­va­tio­nen von Poli­ti­kern wie Schrö­der oder Wulff oder von Künst­lern wie Lopez/​Affleck oder Goddet/​Sander, und alles man muss auch nicht breit­tre­ten. Wenn die Bezie­hungs­be­rich­te von »Nor­ma­los« in den Medi­en auch so behan­delt wür­den wie die der Pro­mis, müss­ten mehr­mals jähr­lich Bän­de im Tele­fon­buch-Umfang publi­ziert wer­den. Dann blie­be für Kri­mi­nal­fäl­le, Betrugs­af­fä­ren, Par­tei­en­ran­ge­lei­en und Rät­sel­hef­te kaum noch Papier. Aber wie sol­len die Paa­re wie­der zusam­men­fin­den, die nicht über Tur­nier­an­la­gen ver­fü­gen? Lau­ren­ti­na Muster­mann (48), Prak­ti­kan­tin, 67259 Heuchelheim