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Herausgegeben von Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner,
Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Antwort

Colet­te Marin-Cathe­ri­ne: Eine Ent­schul­di­gung – Ver­ehr­te Frau Marin-Cathe­ri­ne, mit aller­größ­ter Scham haben wir zur Kennt­nis genom­men, wie Sie in Nord­hau­sen, vom ehe­ma­li­gen Bür­ger­mei­ster Man­fred Schrö­ter, emp­fan­gen wur­den, als Sie erst­mals den Ort besuch­ten, das KZ Mit­tel­bau-Dora, an dem Ihr Bru­der vor 74 Jah­ren ermor­det wur­de. In dem mit einem Oscar aus­ge­zeich­ne­tem Kurz­film »Colet­te« (www.theguardin.com), der Ihre Rei­se ein­fühl­sam und ein­dring­lich doku­men­tiert, ist zu sehen und zu hören, wie Sie das uner­träg­li­che Gestam­mel von Herrn Schrö­ter zu Recht unter­bin­den. Der spricht allen Ern­stes von dem »ver­mu­te­ten Grab« Ihres Bru­ders, »der in unse­rer Stadt wäh­rend der Hit­ler­ver­bre­chens­zeit ums Leben gekom­men ist« – als sei ihm dort irgend­ein trau­ri­ges Miss­ge­schick pas­siert. Das ist es dann auch schon mit sei­nem »Bedau­ern«. Anschlie­ßend meint er, sei­ne Empa­thie dadurch zum Aus­druck zu brin­gen, dass er sel­ber »die Umstän­de am Ende des schreck­li­chen Krie­ges als Kind sehr leben­dig durch­le­ben« muss­te. »Wir Deut­schen« wür­den uns aber »zu die­sen Feh­lern« beken­nen und uns bemü­hen, »etwas ähn­li­ches nicht wie­der zuzu­las­sen«. Na, schö­nen Dank auch. Wir möch­ten Sie für so viel anstands­lo­se Igno­ranz in aller Form um Ver­zei­hung bitten.