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Herausgegeben von Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner,
Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Der portugiesische Weg

Por­tu­gal trotzt dem Virus bes­ser als der gro­ße Nach­bar Spa­ni­en. Die Gren­zen zu Spa­ni­en hat­te Por­tu­gal rasch dicht­ge­macht. Schu­len, Bars und Dis­ko­the­ken sind geschlos­sen. Eine Aus­gangs­sper­re gibt es aller­dings nicht. Trotz der zunächst gerin­gen Fall­zah­len hiel­ten sich die Por­tu­gie­sen von Anfang an strikt an die Vor­ga­ben der Regie­rung. Anders als in Spa­ni­en gab es in Por­tu­gal kei­ne poli­tisch moti­vier­ten Debat­ten – die Oppo­si­ti­on unter­stütz­te die lin­ke Min­der­heits­re­gie­rung von Anfang an. Viel­leicht ist sich Por­tu­gal der Ver­wund­bar­keit sei­nes Gesund­heits­sy­stems bewusst. Nach den neue­sten ver­gleich­ba­ren Daten hat das Land von allen Staa­ten der EU pro Kopf am wenig­sten Intensivpflegebetten.

Por­tu­gal fiel auch durch ein Dekret auf, das Ende März allen Migran­ten, die eine Auf­ent­halts­be­wil­li­gung bean­tragt hat­ten, Blei­be­recht und ins­be­son­de­re auch einen Anspruch auf Gesund­heits- und Sozi­al­ver­si­che­rung gewährte.

Die Links­re­gie­rung Por­tu­gals hat ange­kün­digt, alles zu tun, um die Rezes­si­on abzu­schwä­chen. Doch ihr Hand­lungs­spiel­raum ist begrenzt. Das nach der Finanz­kri­se müh­sam ver­rin­ger­te Defi­zit beträgt immer noch 120 Pro­zent der jähr­li­chen Wirt­schafts­lei­stung und gehört zu den höch­sten im Euro-Raum.