Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Konversion: Schwester des Klimaschutzes

Wäh­rend NATO, US- und Bun­des­re­gie­rung ihr Kriegs­ma­nö­ver Defen­der 2020 durch­füh­ren, bei dem 37.000 Soldat*innen mit schwer­stem Kriegs­ge­rät bei ihrem Durch­marsch durch Deutsch­land unser Kli­ma, unse­re Umwelt mit mas­sen­haf­tem, völ­lig unnö­ti­gem Koh­len­di­oxid­aus­stoß ver­schmut­zen, bal­gen sich ein ehe­ma­li­ger Bun­des­um­welt­mi­ni­ster, der Mini­ster­prä­si­dent von Nord­rhein-West­fa­len – flan­kiert vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­ni­ster – sowie der ehe­ma­li­ge Deutsch­land-Chef von Black­Rock um die CDU-Kanz­ler­kan­di­da­tur und zie­hen damit alle Medi­en­auf­merk­sam­keit auf sich. Defen­der 2020 oder gar des­sen Kli­mare­le­vanz haben da medi­al kei­ne Chance.

Der­weil betrach­ten die wah­ren Herr­scher der Repu­blik, der Bun­des­ver­band der Deut­schen Indu­strie (BDI), CO2-Steu­ern sowie­so nur unter dem Aspekt der inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz­be­din­gun­gen. Die­ter Kempf, BDI-Prä­si­dent, kri­ti­siert näm­lich die sowie­so völ­lig unzu­rei­chen­den Beschlüs­se der Sozi­al­de­mo­kra­ten: Der CO2-Preis wer­de im Leit­an­trag für den SPD-Par­tei­tag »rein nach sozi­al­po­li­ti­schen Aspek­ten« behan­delt, ohne die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der mit­tel­stän­di­schen Indu­strie zu berücksichtigen.

Frei­lich, man stel­le sich vor, das Mili­tär, mit des­sen Aus­rü­stung, Logi­stik und »Ver­wen­dung« hohe Pro­fi­te zu holen sind, wür­de ent­spre­chend sei­nem CO2-Aus­stoß beim Durch­marsch durch Deutsch­land zur Kas­se gebe­ten! Da schau­en die Her­ren Kanz­ler­kan­di­da­ten doch lie­ber weg, miss­ach­ten unse­re Sor­ge um das Kli­ma unse­res Pla­ne­ten und küm­mern sich um ihre Karrieren.

Denn teu­er wür­de es für die Auf­trag­ge­ber von Defen­der 2020, wür­den die dabei ent­ste­hen­den CO2-Emis­sio­nen besteu­ert. Nur drei Beispiele:

Der ame­ri­ka­ni­sche Groß­trans­por­ter Gala­xy ver­braucht allein beim Start 3.500 Liter Treib­stoff. Damit könn­te ein Die­sel-PKW, der zehn Liter pro 100 Kilo­me­ter ver­braucht, 35.000 Kilo­me­ter fahren.

Ame­ri­ka­ni­sche Kampf­jets, Trans­por­ter und Kriegs­schif­fe brau­chen Unmen­gen Treib­stoff – und ver­ur­sa­chen damit pro Jahr gleich viel CO2 wie die gesam­te Schweiz.

Ein Euro­figh­ter ver­braucht etwa 70 bis 100 Liter Kero­sin pro Minu­te. Allein in Ram­stein fin­den der­zeit 30.000 Starts und Lan­dun­gen pro Jahr statt. Dabei wer­den 1,35 Mil­li­ar­den Kubik­me­ter kli­ma­schäd­li­che Abga­se freigesetzt.

Das Schwe­di­sche Frie­dens­in­sti­tut SIPRI bestä­tigt: 25 Pro­zent aller Umwelt­schä­den welt­weit ver­ur­sacht das Mili­tär. Allein um die glo­ba­le Ein­satz­fä­hig­keit auf­recht­zu­er­hal­ten, benö­ti­gen die Arme­en ein aus­ge­dehn­tes Netz­werk an Con­tai­ner­schif­fen, Last­kraft­wa­gen und Fracht­flug­zeu­gen, um ihre Basen und Ope­ra­tio­nen über­all in der Welt zu ver­sor­gen. Die USA haben 800 Mili­tär­stütz­punk­te weltweit.

Wis­sen­schaft­ler ermit­tel­ten, dass die US-Streit­kräf­te, wenn sie ein Natio­nal­staat wären und man nur die Emis­sio­nen aus der Kraft­stoff­nut­zung berück­sich­ti­gen wür­de, der 47-größ­te Emit­tent von Treib­haus­ga­sen in der Welt wären. Damit wür­de das US-Mili­tär allein mehr Emis­sio­nen ver­ur­sa­chen als Por­tu­gal, Schwe­den oder Däne­mark. Wir müs­sen davon aus­ge­hen, dass auch deut­sche und ande­re Arme­en hohe Emis­sio­nen haben. Zah­len lie­gen da nicht vor.

 

6,5 Mil­li­ar­den Euro Inve­sti­tio­nen gegen Klimaschutz

Krieg und Mili­tär gehö­ren zu den größ­ten Ver­brau­chern von Ener­gie und ande­ren Res­sour­cen und ver­schlin­gen welt­weit 1,8 Bil­lio­nen Dol­lar an Rüstungs­aus­ga­ben. Geld, das für Woh­nun­gen, Schu­len, Bil­dung, Ren­ten, Sozia­les fehlt. Deutsch­land wird in die­sem Jahr 50 Mil­li­ar­den Euro fürs Mili­tär aus­ge­ben und ist zudem der viert­größ­te Waf­fen­ex­por­teur welt­weit. Im Rah­men der »Stän­di­gen Struk­tu­rier­ten Zusam­men­ar­beit« der EU im Bereich der Sicher­heits- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik, bekannt als PESCO (Per­ma­nent Struc­tu­red Coope­ra­ti­on), ist ein rascher und rei­bungs­lo­ser Trans­port von EU-Trup­pen, Kriegs­ge­rät sowie Pan­zern kreuz und quer durch Euro­pa ver­ein­bart wor­den. Defen­der 2020 dient auch dazu, die­se mili­tä­ri­sche Mobi­li­tät einem Pra­xis­test zu unter­wer­fen. Um unter ande­rem Auto­bah­nen pan­zer­fit zu machen, sind erst­mals Inve­sti­tio­nen von 6,5 Mil­li­ar­den Euro an EU-Gel­dern geplant.

Klä­ren wir auf gegen Krieg, Waf­fen, Auf­rü­stung, Rüstungs­kon­zer­ne und ihre Pro­fi­teu­re, die Aktio­nä­re, dann hören wir oft den ewig glei­chen Schwin­del: Wir bräuch­ten die Auf­trä­ge, die Waf­fen­pro­duk­ti­on, zum Erhalt von Arbeits­plät­zen. Ist es an sich schon eine bar­ba­ri­sche, zyni­sche Argu­men­ta­ti­on, den Bau von Mord­ge­rät mit Arbeits­plät­zen zu legi­ti­mie­ren, so ist die Aus­sa­ge, Arbeits­plät­ze in der Rüstungs­in­du­strie sei­en ein wesent­li­cher Arbeits­platz- und Wirt­schafts­fak­tor, dar­über hin­aus auch noch durch und durch verlogen.

 

Rüstungs­in­du­strie stellt nur ein Pro­zent der Arbeitsplätze

Eini­ge Zah­len: In der Rüstungs­in­du­strie, kon­kre­ter im Bun­des­ver­band der Deut­schen Sicher­heits- und Ver­tei­di­gungs­in­du­strie (BDSV), sind bei den 200 Unter­neh­men 135.700 Per­so­nen direkt und 273.400 indi­rekt beschäf­tigt, macht rund 410.000 Arbeits­plät­ze (https://www.bdsv.eu, 25.2.2020). Das ist von 43,5 Mil­lio­nen Erwerbs­tä­ti­gen (2016) in Deutsch­land knapp ein Pro­zent. Bei der Brut­to­wert­schöp­fung, BIP, beträgt der Anteil der Rüstungs­in­du­strie sogar nur 0,5 Pro­zent der 3092 Mil­li­ar­den Euro des deut­schen BIP. Nach BDSV-Anga­ben liegt die direk­te bezie­hungs­wei­se indi­rek­te Brut­to­wert­schöp­fung der Unter­neh­men des BDSV bei 12,2 Mil­li­ar­den bezie­hungs­wei­se 16,2 Mil­li­ar­den Euro. Aber: Wir reden von 410.000 Arbeits­plät­zen – also von 410 000 Men­schen und ihren Fami­li­en. Und des­we­gen müs­sen wir uns im Inter­es­se der Beschäf­tig­ten mit der Umwand­lung mili­tä­ri­scher in zivi­le Pro­duk­ti­on befassen.

Es wird schnell klar: Kon­ver­si­on wäre finan­zi­ell mög­lich, wenn poli­tisch gewollt. Denn Struk­tur­wan­del von einer Indu­strie in eine ande­re ist im Kapi­ta­lis­mus zwar nicht täg­li­ches Geschäft, aber ein rela­tiv häu­fi­ges und nor­ma­les. Den­ken wir nur an die Umstruk­tu­rie­run­gen im Ruhr­ge­biet in den Berei­chen Koh­le und Stahl, an die Tex­til­in­du­strie, an die Viel­zahl von Insol­ven­zen. Auch in der Nach­kriegs­wirt­schaft kam es häu­fi­ger vor: So stell­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg die ent­spre­chen­den Unter­neh­men Koch­töp­fe und Küchen­sie­be statt Wehr­machts­hel­me her. Auch direkt nach 1989, als der »Feind« ver­lo­ren­ge­gan­gen war, hat­te Rüstungs­kon­ver­si­on eine Hoch­zeit, beson­ders im stark von Rüstungs­pro­duk­ti­on abhän­gi­gen Bre­men, wo es sogar für zehn Jah­re einen staat­li­chen Kon­ver­si­ons­be­auf­trag­ten gab. Aber auch inner­halb des »nor­ma­len« Kriegs­ge­schäfts wer­den zum Bei­spiel mal mehr Pan­zer, mal weni­ger Pan­zer zur Macht­do­mi­nanz gewünscht. Das ist bis­her alles struk­tu­rell auf­ge­fan­gen worden.

 

War­um also kei­ne Konversion?

Sie steht gegen das Pro­fit­in­ter­es­se der Rüstungs­kon­zer­ne, aber auch gegen die geball­te Macht der – in unse­rem Fall deut­schen – Groß­kon­zer­ne. Da ihre Höchst­pro­fi­te schon jah­re­lang nicht mehr im Inland rea­li­siert wer­den kön­nen, die kauf­kräf­ti­ge Nach­fra­ge wegen der zu gerin­gen Löh­ne mit der hohen Pro­duk­ti­vi­tät der Kon­zer­ne nicht mit­hält, sind die Kon­zer­ne bei Stra­fe ihres Unter­gangs gezwun­gen, im Aus­land nach Absatz­märk­ten, Trans­port­we­gen, nach Res­sour­cen und bil­li­gen Arbeits­kräf­ten, zu schau­en. Dazu bedarf es wirt­schaft­li­cher Macht. Reicht sie nicht aus, ist mili­tä­ri­sche not­wen­dig. Dafür braucht es eine indu­stri­el­le mili­tä­ri­sche Heimatbasis.

Es steht also eine mäch­ti­ge Pha­lanx in jedem wirt­schaft­lich mäch­ti­gen Land den Kon­ver­si­ons­wün­schen und den Bemü­hun­gen um Kli­ma­schutz gegen­über. Sie droht den Beschäf­tig­ten und den Regie­run­gen auf allen poli­ti­schen Ebe­nen damit, dass es zu den Mord- und Kli­ma­kil­ler-Arbeits­plät­zen kei­ne Alter­na­ti­ve gäbe. Wir erle­ben die­se Dro­hun­gen gera­de bei Air­bus Defence, dem siebt­größ­ten Rüstungs­kon­zern der Welt, der der deut­schen Regie­rung und den Beschäf­tig­ten mit der Ver­nich­tung von 2400 Stel­len droht, angeb­lich infol­ge des Export­ver­bots für Waf­fen und der Ver­zö­ge­rung von Groß­auf­trä­gen wie dem neu­en Kampf­bom­ber­sy­stem »Future Com­bat Air­craft System«, wo es um ein Auf­trags­vo­lu­men von 500 Mil­li­ar­den Euro geht.

Für die Beschäf­tig­ten sind pri­mär ihre Arbeits­plät­ze wich­tig. Die Rüstungs­ar­bei­ter sind in erster Linie lohn­ab­hän­gig Beschäf­tig­te in einer pri­vat­ka­pi­ta­li­stisch orga­ni­sier­ten Pro­duk­ti­on. Ihr Bewusst­sein und ihr Inter­es­se wer­den durch die Angst um den Arbeits­platz geprägt. Für die in der Rüstungs­in­du­strie Beschäf­tig­ten hat der Erhalt ihres Arbeits­plat­zes genau die glei­che Bedeu­tung wie für die abhän­gig Beschäf­tig­ten in der zivi­len Pro­duk­ti­on. So ist es ver­ständ­lich, wenn sich die Rüstungs­ar­bei­ter für den Erhalt ihrer Exi­stenz­grund­la­ge – näm­lich den Arbeits­platz – ein­set­zen, wie das jetzt bei Air­bus der Fall ist.

In der Dis­kus­si­on um Frie­den und Abrü­stung und Kli­ma wird die­se Abhän­gig­keit oft zu wenig berück­sich­tigt. Um der Angst etwas ent­ge­gen­zu­set­zen, ist es wich­tig, sowohl Alter­na­ti­ven als auch erfolg­rei­che Bei­spie­le auf­zu­zäh­len, sowie das Bewusst­sein und die Fan­ta­sie zu ent­wickeln, dass bis­he­ri­ge Mit­ar­bei­ter in der Rüstungs­pro­duk­ti­on als hoch­qua­li­fi­zier­te Beschäf­tig­te auch auf ande­ren Arbeits­plät­zen erfolg­reich ihre Arbeits­kraft ver­kau­fen kön­nen – und dass gera­de sie etwas zur Kli­ma­ver­bes­se­rung bei­tra­gen könnten.

 

Kon­ver­si­ons­bei­spie­le sind vorzeigbar

Beim Navi­ga­ti­ons­her­stel­ler Litef in Frei­burg gelang es, von einer 100-pro­zen­ti­gen mili­tä­ri­schen Aus­rich­tung im Jahr 2000 suk­zes­siv eine stär­ke­re Hin­wen­dung zum kom­mer­zi­el­len Markt zu errei­chen. »Wir woll­ten Alter­na­ti­ven, die das Unter­neh­men kri­sen­fe­ster machen. Es war mit ein Ver­dienst des Ver­trau­ens­kör­pers der IG Metall, dass Litef heu­te rund 50 Pro­zent zivi­le Fer­ti­gung hat. Auf die­ser Basis kann man sich auch erlau­ben, heik­le Auf­trä­ge abzu­leh­nen«, so Her­mann Spieß, der dama­li­ge Geschäfts­füh­rer der IG Metall Frei­burg. Eine Ver­triebs­ab­tei­lung »Zivi­le Pro­duk­te« wur­de auf­ge­baut, und finan­zi­el­le Mit­tel wur­den in die Ent­wick­lung zivi­ler Pro­dukt­an­wen­dun­gen inve­stiert. Das Know-how im Bereich mili­tä­ri­scher Elek­tro­nik bil­de­te die Grund­la­ge für die Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on von Test­ge­rä­ten und Umwelt­si­mu­la­tio­nen, die heu­te ein Stand­bein der Pro­duk­ti­on sind. Durch Erfol­ge in zivi­len Märk­ten konn­te eine Sta­bi­li­sie­rung der Mit­ar­bei­ter­zah­len erreicht werden.

Die Nord­see­wer­ke GmbH in Emden, eine der größ­ten deut­schen Mari­ne­werf­ten mit Schwer­punkt U-Boot­bau, war bis 2010 ein Toch­ter­un­ter­neh­men des Thys­sen­krupp-Kon­zerns (TKMS). Thys­sen gab den Kriegs­schiff­bau auf, und 2010 über­nahm die Schaaf Indu­strie AG (SIAG) den Groß­teil der Nord­see­wer­ke, um Stahl­bau-Kom­po­nen­ten für Off­shore-Wind­ener­gie-Anla­gen zu pro­du­zie­ren. »Wind statt Waf­fen!« titel­te der Spie­gel 2010. Rund 700 Beschäf­tig­te der TKMS wech­sel­ten zur SIAG, die zunächst erfolg­reich mit der Fer­ti­gung begann. Spä­ter kam es zu Ver­zö­ge­run­gen beim Aus­bau der Wind­ener­gie­platt­for­men, zu Nach­fra­ge­schwan­kun­gen und Insol­ven­zen wegen der poli­tisch gewoll­ten Dros­se­lung des Aus­baus erneu­er­ba­rer Energien.

Der Auf­bau neu­er Fer­ti­gungs­an­la­gen für den Loko­mo­tiv­bau auf dem Gelän­de der ehe­ma­li­gen Pan­zer­fer­ti­gung von Maschi­nen­bau Kiel (MaK) ist ein wei­te­res Bei­spiel. Ende der 1980er Jah­re waren die Arbeits­plät­ze durch Rüstungsaufträge (U-Boo­te für Chi­le und Pan­zer) stark rückläufig. Der gewerk­schaft­li­che Arbeits­kreis »Alter­na­ti­ve Pro­duk­ti­on« der IG Metall überlegte, wie man den Stand­ort men­schen- und umwelt­ver­träg­li­cher sichern könn­te. Die Vor­schlä­ge reich­ten von der Umset­zung regio­na­ler Ener­gie­ver­sor­gungs­kon­zep­te bis zum Bau neu­er Loko­mo­ti­ven. Im Ver­bund mit dem Bahn­kon­zern Voss­loh gelang es, die schon fast geschlos­se­ne Lok-Spar­te zum euro­pa­weit größ­ten Die­sel­lok­her­stel­ler aus­zu­bau­en und so über 400 Arbeits­plät­ze zu schaf­fen. Ursprüng­lich eine erfolg­rei­che Kon­ver­si­on, auf Grund von Markt- und Tech­nik­ver­än­de­run­gen nun­mehr ein Service-Standort.

Die Bei­spie­le zei­gen, »dass grü­ne Pro­duk­ti­on, sau­be­re Ener­gie und die Ener­gie­ef­fi­zi­enz­tech­no­lo­gien … für siche­re Arbeits­plät­ze inter­es­sant« sind, so Kai Bur­mei­ster, Gewerk­schafts­se­kre­tär der IG Metall.

Dafür ist selbst­ver­ständ­lich Geld not­wen­dig, ein Kon­ver­si­ons­fond muss auf­ge­legt wer­den, wie er bei ande­ren Kon­ver­si­ons­maß­nah­men auch bereit­ge­stellt wur­de. Geld, das bis­her in die Rüstungs­in­du­strie gestopft wur­de, soll­te man lie­ber für den Auf­bau des öffent­li­chen Per­so­nen­nah- und -fern­ver­kehrs, für öko­lo­gi­sche Ener­gie­er­zeu­gung, für Ener­gie­ein­spar­kon­zep­te, aber auch für den Aus­bau des Gesund­heits- und Pfle­ge­sy­stems sowie des Bil­dungs­be­reichs ver­wen­den. Eine Umwid­mung von Geld kostet kei­ne Arbeits­plät­ze, son­dern schafft Arbeits­plät­ze und eine gesün­de­re Umwelt. Ohne dra­sti­sche Arbeits­zeit­ver­kür­zung bei vol­lem Lohn- und Per­so­nal­aus­gleich wird es nicht gehen. Eben­so wie Druck von unten, aus Betrie­ben und Gesell­schaft not­wen­dig ist. Denn auf die Kanz­ler­kan­di­da­ten brau­chen wir nicht zu hof­fen, wie es sich schon bei ihrer Igno­ranz gegen­über Defen­der 2020 zeigt.

Anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Frau­en­ta­ges wol­len wir auf Ber­tha von Sutt­ners Kampf­ruf: »Die Waf­fen nie­der« eben­so auf­set­zen wie auf die Reso­lu­ti­on der II. Inter­na­tio­na­len Sozia­li­sti­schen Frau­en­kon­fe­renz 1911 in Kopen­ha­gen, auf der die sozia­li­sti­schen Frau­en nicht nur den Frau­en­tag beschlos­sen, son­dern auch zum Kampf gegen den Krieg aufriefen.

Frau­en und Kin­der lei­den am mei­sten unter Krieg und Umwelt­ver­schmut­zung. Lasst uns vom Frau­en­tag aus­ge­hend die Kon­ver­si­on zum The­ma machen:

Kon­ver­si­on ist die Schwe­ster von Abrü­stung und Klimaschutz.

 

Vom 9. bis 13. April fin­den bun­des­weit wie­der zahl­rei­che Oster­mär­sche und Aktio­nen statt. Eine Über­sicht zu den Ter­mi­nen fin­det sich im Inter­net unter https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2020#eins.