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Herausgegeben von Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner,
Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Solidarität unter »Extremisten«

In Unse­re Zeit vom 31. Juli 2026 schil­dert Ralf Hoh­mann unter der Über­schrift »Freie Wahl abge­schafft« sei­ne Besorg­nis, es wer­de die AfD in Nie­der­sach­sen sei­tens der Behör­den benach­tei­ligt, die bestimm­te AfD-Kan­di­da­ten nicht zur Kom­mu­nal­wahl zulas­sen. Man soll­te mei­nen, die­se Maß­nah­men sind zu begrü­ßen. Sie erset­zen aller­dings das AfD-Ver­bot nicht. Denn käme die AfD an die Regie­rung und in den Besitz die­ser Behör­den, dann wären Demo­kra­ten von dem rech­ten Regie­rungs­han­deln betrof­fen. Die heu­ti­ge nie­der­säch­si­sche Pra­xis, sich auf Ent­schei­dun­gen des ultra­rech­ten ver­fas­sungs­wid­ri­gen Ver­fas­sungs­schut­zes zu stüt­zen, wür­de mit AfD-Ein­fluss und ohne rich­ter­li­ches Han­deln – wie jetzt gesche­hen –zur schlimm­sten poli­ti­schen Kriminalität.

Doch das führt nicht zur Besorg­nis des Kol­le­gen Hoh­mann. Ihn treibt die Soli­da­ri­tät mit den Neo­na­zis um, deren Ver­bot er ablehnt. Gern schil­dert er die pro­fa­schi­sti­sche AfD als »klein­bür­ger­lich-hei­mat­ver­liebt«.

Kein schlech­ter Scherz! Wahl­be­hin­de­rung der Rech­ten wür­de in Wirk­lich­keit nur die Wahl­be­hin­de­rung der Lin­ken beför­dern? Dass Lin­ke mal gegen das Tota­li­ta­ris­mus­kon­zept und gegen die Rechts-Links-Gleich­set­zung agier­ten – schon ver­ges­sen? Ver­ges­sen der Satz im gül­ti­gen Par­tei­pro­gramm der DKP: »Wir for­dern gemein­sam mit ande­ren Anti­fa­schi­stin­nen und Anti­fa­schi­sten das Ver­bot sowie die Auf­lö­sung aller neo­fa­schi­sti­schen Par­tei­en und Organisationen.«

Als ehe­ma­li­ger UZ-Redak­teur, wel­cher der Zei­tung wei­ter­hin zumeist zustim­men­de Auf­merk­sam­keit schenkt, fra­ge ich mich, war­um die UZ der­ar­ti­ges Wohl­wol­len gegen­über den Neo­fa­schi­sten ver­brei­tet und sich kaum noch an anti­fa­schi­sti­scher Auf­klä­rung betei­ligt. Zudem fällt auf, dass der im Hoh­mann-Arti­kel genann­te Olden­bur­ger »Ver­fas­sungs­recht­ler« Vol­ker Boeh­me-Neß­ler als Zeu­ge zu Gun­sten der AfD her­an­ge­zo­gen wird. Die­ser ist ein SPD-Mann vom Typ Sar­ra­zin; er ver­tei­digt regel­mä­ßig die AfD und ist der Urhe­ber einer aktu­el­len rech­ten Kam­pa­gne gegen die Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Naziregimes/​Bund der Anti­fa­schi­sten. So berich­te­ten die rech­ten Apol­lo-News: »Der Bun­des­ver­band der VVN-BdA, ein alt­kom­mu­ni­stisch gepräg­ter Anti­fa-Ver­ein, zählt zu den maß­geb­li­chen Unter­stüt­zern des links­ra­di­ka­len Bünd­nis­ses ›Wider­set­zen‹, das den AfD-Par­tei­tag in Erfurt blockie­ren will. Der Ver­ein dient zumin­dest for­mal als Trä­ger der Initia­ti­ve, die ihre Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur auf die­se Wei­se kon­spi­ra­tiv ver­deckt hal­ten kann. So tritt die VVN-BdA etwa als Inha­ber des Spen­den­kon­tos auf, über das ›Wider­set­zen‹ Geld sam­melt.« Für den »Staats­recht­ler« Vol­ker Boeh­me-Neß­ler ist dies ein Grund, die Gemein­nüt­zig­keit des Ver­eins infra­ge zu stel­len: »Die Akti­on zielt dar­auf, den Bun­des­par­tei­tag der AfD zu ver­hin­dern«, sag­te er Apol­lo News. »Das zeigt: Es geht hier nicht um das All­ge­mein­wohl oder die Demo­kra­tie­för­de­rung all­ge­mein, son­dern um ein­deu­ti­ge par­tei­po­li­ti­sche Zie­le. Par­tei­po­li­tik lässt sich aber nicht mit dem Sta­tus der Gemein­nüt­zig­keit vereinbaren.«

Ich bit­te die UZ-Redak­ti­on, kla­ren Kurs gegen rechts zu hal­ten. Im Übri­gen: Die AfD gehört verboten.