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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Sprache und Literatur verbinden

Er war ein Vor­kämp­fer für sozia­le Gerech­tig­keit, für Huma­nis­mus: der kasa­chi­sche Dich­ter Abai Qun­an­ba­ju­ly (1845–1904). In einem Land mit damals noch vie­len Analpha­be­ten erreich­te er sei­ne Lands­leu­te vor allem mit Gedich­ten, die münd­lich ver­brei­tet wur­den. Anläss­lich sei­nes 175. Geburts­ta­ges zeich­ne­te der Bot­schaf­ter Kasach­stans in Ber­lin, Dau­ren Kari­pov, im Auf­trag des Staats­prä­si­den­ten Kasach­stans Mit­te Sep­tem­ber den deut­schen Über­set­zer, Publi­zi­sten und Lite­ra­tur­kri­ti­ker Leon­hard Koss­uth mit dem Dos­t­yk-Orden (»Freund­schaft«) 2. Gra­des aus.

Der Bot­schaf­ter dank­te wäh­rend der fei­er­li­chen Ver­lei­hung der Aus­zeich­nung Leon­hard Koss­uth für sei­nen her­aus­ra­gen­den Bei­trag zur Stär­kung der freund­schaft­li­chen Bezie­hun­gen zwi­schen Kasach­stan und Deutsch­land und zur Popu­la­ri­sie­rung kasa­chi­scher Lite­ra­tur, vor allem des Erbes von Abai, unter den deutsch­spra­chi­gen Lesern.

Leon­hard Koss­uth wur­de am 25. Juli 1923 in Kiew gebo­ren. Schon als Stu­dent ver­fass­te er erste Nach­dich­tun­gen und Über­set­zun­gen (Ler­mon­tow, Pusch­kin, Nekras­sow, Tsche­chow). Sei­ne gan­ze beruf­li­che Lauf­bahn und sein dar­über hin­aus bis heu­te rei­chen­des Enga­ge­ment ist mit der Über­set­zung und Ver­brei­tung von Wer­ken der klas­si­schen rus­si­schen und sowje­ti­schen Lite­ra­tur des 20. Jahr­hun­derts verbunden.

Im Rah­men des Pro­jek­tes der Bot­schaft der Repu­blik Kasach­stan in Deutsch­land »Kasa­chi­sche Biblio­thek« gab Herold Bel­ger 2007 das Buch »Abai. Zwan­zig Gedich­te« her­aus. Die Nach­dich­tung besorg­te Leon­hard Koss­uth (sie­he Ossietzky 5/​2008). 2019 erschien in der Nora Ver­lags­ge­mein­schaft eine von Koss­uth über­ar­bei­te­te Fas­sung der Gedicht­samm­lung. Dar­über hin­aus über­setz­te er Wer­ke von Ols­has Sulei­me­now in die deut­sche Spra­che (»Im Azi­mut der Noma­den«, Volk und Welt 1981). Koss­uths deut­sche Nach­dich­tun­gen grün­den sich auf Jahr­zehn­te vol­ler Begeg­nun­gen mit Kasach­stan, kasa­chi­scher Lite­ra­tur und kasa­chi­schen Schriftstellern.

Der in zwei Klas­sen ver­ge­be­ne Dos­t­yk-Orden ist die höch­ste staat­li­che Aus­zeich­nung der Repu­blik Kasach­stan, die an aus­län­di­sche Bür­ger für ihren Bei­trag zur Stär­kung von Frie­den, Freund­schaft und Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Völ­kern ver­lie­hen wird. Das ent­spre­chen­de Dekret über die Ver­lei­hung des Ordens an Leon­hard Koss­uth wur­de vom Prä­si­den­ten der Repu­blik Kasach­stan am 4. August unterzeichnet.

Glück­wunsch an den Ossietzky-Autor Leon­hard Kossuth!