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Herausgegeben von Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner,
Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Taurus bedroht auch uns!

Mit der Ankün­di­gung des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Macron, den Ein­satz von Nato-Trup­pen nicht aus­zu­schlie­ßen, und den Plä­nen eini­ger Hard­li­ner, Tau­rus-Marsch­flug­kör­per gegen Russ­land zum Ein­satz zu brin­gen, droht der Krieg im Don­bass sich in Euro­pa aus­zu­wei­ten. Wie auch immer man zu die­sem Krieg ste­hen mag, die Tat­sa­chen sind für Befür­wor­ter wie auch Geg­ner der Tau­rus-Lie­fe­rung gleich:

1. Im Unter­schied zu allen bis­her an die Ukrai­ne gelie­fer­ten Waf­fen, kann das Gerät Mos­kau errei­chen. Das ist der wesent­li­che Unter­schied zu den bri­tisch-fran­zö­si­schen Marsch­flug­kör­pern. Das ist auch der Unter­schied zum Leo­pard und ande­ren west­li­chen Waf­fen­sy­ste­men, die bis­her gelie­fert wor­den waren. Sie stell­ten kei­ne direk­te Gefahr für rus­si­sches Kern­land dar. Die­se Tat­sa­che wird den Bür­gern von­sei­ten der Befür­wor­ter vor­ent­hal­ten. Der Tau­rus stellt für Russ­lands Staat­lich­keit eine grö­ße­re Bedro­hung dar als alles ande­re bis­her – und damit auch für uns selbst

2. Russ­land hat rote Lini­en. Die­se hat es deut­lich auf­ge­zeigt. Ein Über­schrei­ten die­ser Gren­zen ist für das Land gege­ben, wenn ande­re Staa­ten Atom­waf­fen im Erst­schlag ein­set­zen oder aber die Exi­stenz Russ­lands durch einen kon­ven­tio­nel­len Krieg bedroht ist. Wann das der Fall ist, wird nicht im deut­schen Bun­des­tag, nicht im Nato-Haupt­quar­tier, auch nicht in Washing­ton ent­schie­den. Dar­über ent­schei­det Mos­kau ganz allein nach sei­nen eige­nen Kri­te­ri­en. Selbst wenn noch so vie­le deut­sche Poli­ti­ker und Exper­ten vor­ge­ben zu wis­sen, dass mit dem Tau­rus kei­ne roten Lini­en über­schrit­ten wer­den, die Ent­schei­dung dar­über fällt woanders

3. Sei­ne Reich­wei­te macht den Tau­rus zu einem unkal­ku­lier­ba­ren Risi­ko, unab­hän­gig davon, ob er von deut­schen Fach­leu­ten in der Ukrai­ne ein­ge­setzt wird oder eigen­stän­dig von den Ukrai­nern. Nicht umsonst hat bis­her kein Nato-Staat Waf­fen gelie­fert, die rus­si­sches Kern­land errei­chen kön­nen, nicht ein­mal die USA. Denn sie alle wis­sen um die Gefahr eines Gegen­schlags. Des­sen soll­ten sich alle bewusst sein, die in ihrem anti­rus­si­schen Tau­mel die Lie­fe­rung des Tau­rus for­dern. Wenn Russ­land zurück­schlägt, wird es auch jene tref­fen, die Lie­fe­rung und Ein­satz der Waf­fe gefor­dert und unter­stützt haben. Es wird sie selbst tref­fen, ihre Kin­der und ihre Enkel. Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen machen kei­nen Unter­schied zwi­schen Befür­wor­tern und Geg­nern, nicht zwi­schen Guten und Bösen, nicht zwi­schen Rechts und Links. Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen töten alle ohne Ausnahme.

Und da wir alle bedroht sind, soll­ten wir uns auch alle über­le­gen, was uns wich­ti­ger ist im Kampf gegen die­se Waf­fen. Ist es uns wich­ti­ger, gemein­sam die­se Kri­se lebend zu über­ste­hen trotz unter­schied­li­cher Ansich­ten zu ande­ren The­men? Oder zie­hen wir es vor, im Tod ver­eint zu sein, weil wir im Leben nicht hat­ten mit­ein­an­der kämp­fen wol­len. Wir soll­ten das Leben wäh­len mit all sei­nen Widrigkeiten.

Wir, die Hand­wer­ker für den Frie­den, rufen Euch alle auf, gegen die Lie­fe­rung und Ein­satz des Tau­rus zu pro­te­stie­ren. Lasst uns die dies­jäh­ri­gen Oster­mär­sche unter die For­de­rung stellen:

Kei­ne Lie­fe­rung von Tau­rus, kei­ne wei­te­re Eska­la­ti­on des Krieges! 

 Dies ist ein Auf­ruf der »Hand­wer­ker für den Frie­den« – einer Initia­ti­ve der Kreis­hand­wer­ker­schaft Anhalt Des­sau-Roß­lau, Köni­gen­dor­fer Stra­ße 80, 06847 Des­sau-Roß­lau, E-Mail: aufruf-handwerker@web.de.