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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Viel Frauenpower in Hamburg

Nicht ganz pan­nen­frei ver­lief die 22. Ham­bur­ger Bür­ger­schafts­wahl, sind es doch fünf Stim­men, die der Wäh­ler ins­ge­samt oder auch ein­zeln ver­ge­ben kann. In einem Wahl­bü­ro in Ham­burg-Lan­gen­horn wur­den die Stim­men für die Grü­nen ver­se­hent­lich der FDP zuge­schla­gen. Im Stadt­teil Eims­büt­tel lan­de­ten ange­kreuz­te Wahl­zet­tel im Alt­pa­pier, konn­ten aber dank der Ham­bur­ger Müll­ab­fuhr recht­zei­tig vor der Ver­nich­tung geret­tet wer­den. Im Wahl­kreis Süd­er­el­be waren es feh­ler­haf­te Wahl­schei­ne, die irritierten.

Auch wenn die SPD bei einer hohen Wahl­be­tei­li­gung von 63,2 Pro­zent gegen­über der 21. Bür­ger­schafts­wahl mit 6,4 Pro­zent Ver­lu­sten noch 39,2 Pro­zent erreich­te, zeigt das Ergeb­nis an, dass es Bür­ger­mei­ster Peter Tschent­scher war, der das Ergeb­nis für die Sozi­al­de­mo­kra­tie ret­te­te. Auf den Stim­men­ver­lust gin­gen Rund­funk und Fern­se­hen kaum ein. Die Spit­zen­kan­di­da­tin der Grü­nen, Katha­ri­na Fege­bank, hoff­te ver­geb­lich, als erste Frau Erste Bür­ger­mei­ste­rin der Han­se­stadt zu wer­den. Wohl konn­te sie das Ergeb­nis der Grü­nen gegen­über der letz­ten Wahl um 11,9 Pro­zent auf 24,2 Pro­zent ver­bes­sern, doch das reich­te nicht für die Stel­le als Erste Bür­ger­mei­ste­rin. Auch die Front­frau der Lin­ken, Can­su Özde­mir, ver­bes­ser­te das Ergeb­nis für die Links-Par­tei auf nun 9,1 Pro­zent. Die FDP muss­te wohl den Feh­ler des Thü­rin­ger Kol­le­gen Tho­mas Kem­me­rich aus­ba­den und über­sprang nicht die Fünf-Pro­zent-Hür­de. Die Spit­zen­kan­di­da­tin der Ham­bur­ger FDP, Anna-Eli­sa­beth von Treu­en­fels-Fro­wein, kan­di­dier­te direkt in Ham­burg-Blan­ke­ne­se und errang ein Man­dat für das Ham­bur­ger Lan­des­par­la­ment, die Bür­ger­schaft. Ob sie ein One-Woman-FDP-Mit­glied im Par­la­ment wird, dar­über hat­te sie sich zunächst Bedenk­zeit erbe­ten, nimmt jetzt aber die Her­aus­for­de­rung an. Die CDU ist – auch wegen des Deba­kels in Thü­rin­gen – in ein neu­es Tief bei der Wahl abge­stürzt. Nur noch 11,2 Pro­zent der Ham­bur­ger gaben ihre Stim­me den Christ­de­mo­kra­ten. Die CDU ging mit einem männ­li­chen Kan­di­da­ten ins Ren­nen: Spit­zen­kan­di­dat Mar­cus Wein­berg, ehe­mals Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter für Ham­burg-Alto­na, war für sei­ne neu­en Auf­ga­ben extra von Ber­lin nach Ham­burg gewech­selt, errang aber kei­nen Sitz in der Bür­ger­schaft, da auf­grund des schlech­ten Wahl­er­geb­nis­ses kei­ner der Kan­di­da­ten von der CDU-Lan­des­li­ste ein Man­dat erhält.