Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Der deutsche Wal

In der Post­fi­lia­le las­se ich mir 45er Brief­mar­ken geben, ein »Mar­ken­set«. »Selbst­kle­bend, prak­ti­sche Vor­rats­grö­ße, 10 x 0,45 €«, lese ich auf der Rück­sei­te. Auf der Vor­der­sei­te befin­den sich zehn iden­tisch aus­se­hen­de Brief­mar­ken: Ein Wal, von links kom­mend, strebt nach rechts. Links­sei­tig, in Block­buch­sta­ben: »GEFÄHRDETEDEUTSCHEWALART. DERSCHWEINSWAL«.

Eine deut­sche Walart?

Nach Anga­ben der Gesell­schaft zur Ret­tung der Del­phi­ne (GDR), die, nahe­lie­gend, ihren Sitz in Mün­chen hat, kamen die Schweins­wa­le vor mehr als 100 Jah­ren »häu­fig in den gro­ßen Flüs­sen wie Elbe, Weser und Ems vor. Dann ver­schwan­den die 1,5 Meter gro­ßen Tie­re mehr und mehr als Fol­ge der ver­schmutz­ten Flüs­se.« (www.welt.de).

So weit, so traurig.

Aber eine deut­sche Wal­art? Doch eher »die ein­zi­ge in Deutsch­land hei­mi­sche Wal­art« (eben­da). Der Gewöhn­li­che Schweins­wal, des Öfte­ren auch als »Klei­ner Tümm­ler«, »Braun­fisch« oder »Meer­schwein« benannt, lebt, wie mir das WWF-Arten­le­xi­kon ver­rät, wenn er nicht im Über­le­bens­kampf die Men­schen flieht, vor­ran­gig an der öst­li­chen Atlan­tik­kü­ste von Nord­afri­ka (Sene­gal, Mau­re­ta­ni­en, Marok­ko), ent­lang der gesam­ten euro­päi­sche Küsten­li­nie bis hin zu den Küsten von Spitz­ber­gen inklu­si­ve der Nord­see und Ost­see sowie an der Ost- und West­kü­ste Nord­ame­ri­kas und der Pazifikküste_​Asiens (https://www.wwf.de).

Der Braun­fisch wird nur sel­ten ohne einen deut­schen Pass ange­trof­fen. So ist er gesinnt. Zuneh­mend wird er zu einem Braun­fisch ohne Raum.