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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Wieviel Brillen braucht man?

Man will es ein­fach nicht glau­ben, aber zu den ärger­lich­sten Din­gen im Leben eines Bril­len­trä­gers gehört die Suche nach der Seh­hil­fe in den eige­nen vier Wän­den. Erst neu­lich sit­ze ich gemüt­lich im Wohn­zim­mer und will die Tages­zei­tung lesen. Aber wo ist die Lese­bril­le, ohne die ich mit Mühe nur die Über­schrif­ten ent­zif­fern kann? Aha, oben im Arbeits­zim­mer auf dem Schreib­tisch. Vor­hin hat­te ich ja am Com­pu­ter geses­sen. Also die Trep­pen hoch. Auf hal­ber Trep­pe bit­tet mich mei­ne Frau: »Bring bit­te den Wäsche­beu­tel aus dem Schlaf­zim­mer mit. Für die Wasch­ma­schi­ne.« Eine Minu­te spä­ter erschei­ne ich wie­der unten. Mit Wäsche­beu­tel, aber ohne Bril­le. Das muss ein Ende haben.

Also soll­te ich mir neben der teu­ren Bril­le vom Opti­ker die Anschaf­fung von eini­gen Bil­lig­bril­len vom Dis­coun­ter über­le­gen. Doch wie viel Bril­len braucht der Mensch eigent­lich? Klar, auf jeder Eta­ge soll­te ich eine depo­nie­ren, um mir das lästi­ge Trep­pen­stei­gen zu erspa­ren. Natür­lich eine im Auto, falls ich ein­mal ohne Bril­le das Haus ver­las­se und dann wie eine blin­de Kuh vor den Rega­len im Super­markt ste­he. Das Nacht­schränk­chen wäre ein wei­te­rer hilf­rei­cher Auf­be­wah­rungs­ort – für die Bett­lek­tü­re und die nächt­li­che Uhr­zeit. Im Fen­ster­sims der Toi­let­te zum Lesen der Whats­App-Nach­rich­ten. Im Wohn­zim­mer für die Fern­be­die­nung des Fern­se­hers … in der Gara­ge … im Keller?

Mei­ne Liste mit den Bril­len­la­ger­mög­lich­kei­ten wur­de jedoch von mei­ner Frau glatt­weg igno­riert: »Eine Bril­len­ket­te tut es auch!« Hil­fe: Gou­ver­nan­ten-Out­fit. Außer­dem, wie in aller Welt soll man den stres­si­gen All­tag nur mit einer Bril­le bewältigen?