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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschrift an die Lokalpresse

Bei mei­nen oft aus­ge­dehn­ten Eisen­bahn­fahr­ten quer durch die Repu­blik sto­ße ich erfreu­li­cher­wei­se auf man­che Infor­ma­tio­nen, die mir unter nor­ma­len Umstän­den ent­gan­gen wären. Glück­li­cher­wei­se fährt ja man­cher IC oder ICE ver­spä­tet oder über­haupt nicht, so dass man dazu ange­regt wird, sich die Regio­nal­pres­se zu besor­gen und das Gebiet mit sei­nen Vor­zü­gen ein­schließ­lich der Pro­blem­la­gen sei­ner Pro­mis noch indi­vi­du­el­ler ken­nen­zu­ler­nen. So erfuhr ich am 13. August in der Süd­deut­schen Zei­tung auf der Pan­ora­ma-Sei­te vom anhal­ten­den Durch­fall und dem dar­aus resul­tie­ren­den besorg­nis­er­re­gen­den Gewichts­ver­lust des Sän­gers Andre­as Gaba­lier. Er hat nach eige­nen Anga­ben wegen sei­ner Ver­dau­ungs­stö­run­gen im Kran­ken­haus an die 500 Sit­zun­gen ver­brin­gen müs­sen und infol­ge­des­sen sechs Kilo Lebend­mas­se ver­lo­ren. Man kann ihm nur wün­schen, dass er sich inzwi­schen wie­der sta­bi­li­sie­ren konn­te und bei sei­nen Auf- und Abtrit­ten kei­ne wei­te­ren unge­woll­ten Wir­kun­gen mehr erzielt.

Sehr inter­es­siert haben mich auch die päd­ago­gi­schen Auf­fas­sun­gen der Best­sel­ler-Autorin Char­lot­te Roche, die mir durch die aus­führ­li­che Dar­stel­lung des Umgangs mit ihren Feucht­ge­bie­ten zum Begriff gewor­den war. Sie ist – ohne die Zug­ver­spä­tung und die Zei­tung hät­te ich das nie erfah­ren – mit ihrem Mann und ihren Teen­agern in das Köl­ner Umland ver­zo­gen, was ihren Kin­dern die Teil­nah­me am alters­ge­rech­ten kul­tu­rel­len köl­schen Nacht­le­ben erschwert. Des­halb kut­schiert Char­lot­te ihr Mami-Taxi oft noch spät­nachts in die Stadt. »Wir haben unse­ren Kin­dern ver­spro­chen, dass sie nie­mals eine sozia­le Ver­ab­re­dung ver­pas­sen«, erklär­te sie der Süd­deut­schen. »Sie sol­len ja nicht dar­un­ter lei­den!« Gut so! Da kann man Frau Roche nur wün­schen, dass ihre Kin­der im Not­fall einst auch für sie als Senio­ren­ta­xi bereit­ste­hen. – Wal­de­fried Fürch­te­nich (62), frei­schaf­fen­der Beob­ach­ter, 51147 Köln-Wahnheide