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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Moderne Robinsonade

Es ist mehr als ein gro­ßer Spaß, ein Kri­mi­nal­ro­man oder eine Lie­bes­ge­schich­te, die Ste­fan Kör­bel mit sei­nem Roman­de­büt bie­tet. Außer der raf­fi­niert kon­stru­ier­ten Geschich­te einer moder­nen Robin­so­na­de, in der es einen nicht mehr jun­gen ost­deut­schen Musi­ker und eine sehr jun­ge Schwä­bin auf eine ein­sa­me Süd­see­insel ver­schlägt, ist es der unge­wöhn­li­che Sound, in dem der von der Insel Zurück­ge­kehr­te sein Aben­teu­er erzählt. Das ist nicht nur Süd­see­ro­man­tik und See­manns­la­tein, das ist vor allem eine hand­fe­ste Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ver­gan­gen­heit. Kör­bel, der einst­mals zu der Lie­der- und Thea­ter­grup­pe »Karls Enkel« und ein­schlä­gi­gen Sin­ge-Bewe­gun­gen gehör­te, lässt sei­nen Prot­ago­ni­sten Leben und Hof­fen in der DDR vom Stand­punkt des kri­ti­schen Sozia­li­sten erklä­ren, der sich der Feh­ler sei­nes Lan­des durch­aus bewusst gewe­sen war, aber im Kapi­ta­lis­mus kei­ne Alter­na­ti­ve gese­hen hat­te. Frech und wit­zig, aber gleich­zei­tig klug und tref­fend ist ein span­nen­des und höchst unter­halt­sa­mes Buch entstanden.

Ste­fan Kör­bel: »Wen­de­kreis oder Die Voll­endung der deut­schen Ein­heit im Süd­pa­zi­fik«, Roman, Edi­ti­on Schwarz­druck, 559 Sei­ten, 29 €