Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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OPCW manipulierte Bericht

Mal wie­der sorgt ein Whist­leb­lower für Klar­heit. Er belegt Mani­pu­la­tio­nen der OPCW an einem Bericht über einen Gift­gas­an­griff in Syri­en. Dies stellt auch frü­he­re Vor­wür­fe der inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot che­mi­scher Waf­fen (OPCW) gegen Syri­en in Frage.

Die erheb­li­chen und gut begrün­de­ten Zwei­fel an dem Vor­wurf, die syri­sche Luft­waf­fe habe im April 2018 in Duma Gift­gas ein­ge­setzt, mit dem die USA, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich ihre dar­auf­hin aus­ge­üb­ten Rake­ten­an­grif­fe auf Syri­en recht­fer­tig­ten, wur­den in der west­li­chen Öffent­lich­keit schnell bei­sei­te­ge­scho­ben und mit Ver­weis auf den Abschluss­be­richt der OPCW über den Vor­fall ad acta gelegt. Der Bericht war aber selbst inner­halb der Orga­ni­sa­ti­on höchst umstrit­ten. Im Okto­ber ent­hüll­te nun ein Mit­ar­bei­ter Bele­ge für geziel­te Mani­pu­la­tio­nen bei sei­ner Zusam­men­stel­lung. Sie fügen sich ein in eine gan­ze Rei­he von Fäl­len, wo die USA und ihre Ver­bün­de­ten Ein­fluss auf die OPCW zur Legi­ti­mie­rung ihrer Poli­tik genom­men haben ‒ begin­nend 2002 mit der Abset­zung ihres ersten Gene­ral­di­rek­tors, José Busta­ni, in Vor­be­rei­tung des Irak­krie­ges. Die OPCW, unter­stützt von der Bun­des­re­gie­rung, ver­wei­gert eine Dis­kus­si­on des Berichts, und das Gros der Medi­en ver­schweigt die Ent­hül­lun­gen kom­plett. Aus gutem Grund: Stel­len sie doch auch die frü­he­ren Gift­gas­vor­wür­fe gegen Damas­kus in Fra­ge und damit eine der zen­tra­len Recht­fer­ti­gun­gen für die fort­ge­setz­ten »Regime Change«-Bemühungen.

Frü­he Zwei­fel am Gift­gas­an­griff in Duma

Der Vor­fall ereig­ne­te sich in der End­pha­se der syrisch-rus­si­schen Offen­si­ve zur Rück­erobe­rung Ost-Ghu­tas im Nord­osten von Damas­kus. Wäh­rend die isla­mi­sti­schen Mili­zen Fay­l­aq al-Rah­man und Ahrar al-Sham auf­ge­ge­ben und ihrer Eva­ku­ie­rung zuge­stimmt hat­ten, lei­ste­te die Dscha­isch al-Islam (Armee des Islam) in der von ihr kon­trol­lier­ten Stadt Duma wei­ter Wider­stand. Am 7. April 2018 mel­de­ten die soge­nann­ten Weiß­hel­me sowie Dscha­isch al-Islam und ande­re Regie­rungs­geg­ner einen Che­mie­waf­fen­an­griff durch Hub­schrau­ber der syri­schen Armee. Vier­zig Men­schen sei­en getö­tet, 500 mit Ver­gif­tun­gen in Kran­ken­häu­ser ein­ge­lie­fert wor­den. Die Weiß­hel­me, eine vom Westen finan­zier­te Zivil­schutz- und PR-Orga­ni­sa­ti­on, die eng mit den isla­mi­sti­schen Mili­zen zusam­men­ar­bei­tet, ver­öf­fent­lich­ten erschüt­tern­de Bil­der und Vide­os dazu.

Ohne eine Unter­su­chung abzu­war­ten, star­te­ten die USA, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich sie­ben Tage spä­ter »Ver­gel­tungs­an­grif­fe« gegen Syri­en. Damas­kus und Mos­kau, die die Vor­wür­fe bestrit­ten, hat­ten sofort eine Unter­su­chung des Vor­falls durch die Fact Fin­ding Mis­si­on (FFM) der OPCW bean­tragt. Doch schon in der Nacht vor der Anrei­se der Inspek­to­ren feu­er­ten die drei NATO-Staa­ten ihre Rake­ten auf Homs und Damas­kus. Obwohl dies ein ekla­tan­ter Völ­ker­rechts­ver­stoß war, stell­te sich die Bun­des­re­gie­rung hin­ter die Aggression.

Dabei gab es von Anfang an begrün­de­te Zwei­fel dar­an, dass über­haupt ein Gift­gas­an­griff statt­ge­fun­den hat­te. So hat­ten Augen­zeu­gen aus der Umge­bung ver­si­chert, kei­ne Anzei­chen für einen sol­chen Angriff gese­hen zu haben. Ein Arzt der Kli­nik, in der angeb­li­che Gift­gas­op­fer behan­delt wur­den, berich­te­te dem Nah­ost­kor­re­spon­den­ten des bri­ti­schen Inde­pen­dent, Robert Fisk, es habe nur einen Staub­sturm gege­ben, aus­ge­löst durch das schwe­re Bom­bar­de­ment der syri­schen Luft­waf­fe. Dadurch sei bei den Men­schen, die in den mit Schutt gefüll­ten Tun­neln und Kel­lern der Stadt Schutz gesucht hat­ten, ein Sauer­stoff­man­gel ent­stan­den. Die­ser habe die Men­schen über­wäl­tigt und kein Gas. Das Video der Weiß­hel­me sei tat­säch­lich in sei­ner Kli­nik gedreht wor­den, »aber was Sie da sehen, sind Men­schen, die an Hypo­xie lei­den – nicht an Gasvergiftung«.

Die Behaup­tung, syri­sche Armee­hub­schrau­ber hät­ten Gift­gas­bom­ben abge­wor­fen, stütz­te sich zunächst nur auf Quel­len aus dem Umfeld der isla­mi­sti­schen Mili­zen. Ein plau­si­bles Motiv der syri­schen Armee, die kurz vor dem Sieg stand, durch einen sol­chen Angriff NATO-Staa­ten zu Mili­tär­schlä­gen zu ermun­tern, konn­te nie­mand bieten.

Der OPCW-Abschluss­be­richt

Mit dem am 1. März 2019 ver­öf­fent­lich­ten Abschluss­be­richt der OPCW waren für die west­li­chen Medi­en alle Zwei­fel an einem Gift­gas­an­griff durch die syri­sche Armee aus­ge­räumt. Der Bericht sprach aller­dings nur von »aus­rei­chen­den Begrün­dun­gen« für die The­se, »dass eine gif­ti­ge che­mi­sche Sub­stanz als Waf­fe ein­ge­setzt« wor­den sei. Ner­ven­gift, wie Sarin, sei aber nicht gefun­den wor­den, son­dern nur Spu­ren von »chlo­rier­ten orga­ni­schen Ver­bin­dun­gen«. Die »gif­ti­ge Che­mi­ka­lie« sei »ver­mut­lich mole­ku­la­res Chlor« gewesen.

Die Fra­ge, ob die mut­maß­li­chen Opfer tat­säch­lich Chlor­gas aus­ge­setzt gewe­sen waren, konn­te nur anhand von Fotos und Vide­os erör­tert wer­den. Die dort abge­bil­de­ten Lei­chen waren bereits vor der Ankunft der Inspek­to­ren von den Isla­mi­sten begra­ben wor­den. Da die­se nicht preis­ga­ben, wo, war kei­ne Aut­op­sie mög­lich und damit auch kei­ne defi­ni­ti­ve Aus­sa­ge dar­über, wann und wor­an sie gestor­ben waren.

Das Chlor wur­de mit zwei gel­ben Stahl­fla­schen für Indu­strie­gas in Ver­bin­dung gebracht, die auf der Dach­ter­ras­se und in einem Schlaf­zim­mer eines nahen, teil­wei­se durch Luft­an­grif­fe zer­stör­ten Hau­ses gefun­den wor­den waren und Chlor ent­hal­ten haben kön­nen. Berech­nun­gen hät­ten erge­ben, dass sie wahr­schein­lich aus der Luft abge­wor­fen wor­den waren und die vor­ge­fun­de­nen Ein­schlä­ge und Löcher ver­ur­sacht hat­ten. Da für einen Abwurf nur die syri­sche Luft­waf­fe in Fra­ge kam, war die Schuld der syri­schen Regie­rung aus Sicht ihrer Geg­ner bewiesen.

Unter­drück­te Exper­ti­se stellt Luft­an­griff in Frage

Ein gele­ak­ter Bericht eines an der Unter­su­chung betei­lig­ten OPCW-Exper­ten erschüt­ter­te im Mai die­se zen­tra­le The­se. Die von der Working Group on Syria, Pro­pa­gan­da and Media (syriapropagandamedia.org) ver­öf­fent­lich­te Zusam­men­fas­sung der tech­ni­schen Unter­su­chung der Gas­fla­schen und ihrer Umge­bung (»Engi­nee­ring assess­ment of two cylin­ders obser­ved at the Dou­ma inci­dent«) durch eine Arbeits­grup­pe vor Ort war zu völ­lig ande­ren Ergeb­nis­sen gekom­men: »Die Abmes­sun­gen, Merk­ma­le und das Aus­se­hen der Fla­schen sowie ihre Umge­bung ent­spra­chen nicht dem, was zu erwar­ten wäre, wenn eine der Fla­schen von einem Luft­fahr­zeug abge­wor­fen wor­den wäre.« Indem die Arbeits­grup­pe auch alter­na­ti­ve Hypo­the­sen prüf­te, war sie zum dem Schluss gekom­men, dass »es eine höhe­re Wahr­schein­lich­keit dafür gibt, dass bei­de Gas­fla­schen von Hand an den bei­den Fund­or­ten abge­legt wurden«.

Ent­ge­gen den OPCW-Sta­tu­ten wur­de die abwei­chen­de Bewer­tung im Abschluss­be­richt aber nicht berück­sich­tigt, und sie soll­te auch nicht inner­halb der Orga­ni­sa­ti­on ver­brei­tet wer­den. Als der Lei­ter der Arbeits­grup­pe, Ian Hen­der­son, der die Zusam­men­fas­sung ver­fasst hat­te, sie den­noch in Umlauf brach­te, lei­te­te die OPCW-Füh­rung ein Ver­fah­ren gegen ihn ein und ver­an­lass­te die Löschung sämt­li­cher dies­be­züg­li­cher E-Mails im Haus. Den­noch gelang­te das Schrei­ben an die Öffent­lich­keit und erhär­te­te den Ver­dacht, dass der gan­ze Vor­fall eine Insze­nie­rung der Weiß­hel­me und der Dschi­ha­di­sten gewe­sen war, die die Stadt damals beherrscht hat­ten. Sieht man von einem Arti­kel Robert Fisks im Inde­pen­dent ab, wur­de Hen­der­sons durch­ge­sicker­ter Bericht von den west­li­chen Main­streamm­edi­en ignoriert.

Insi­der ent­hüllt umfas­sen­de Manipulationen

Im Okto­ber ent­hüll­te ein wei­te­rer Inspek­tor der Duma-Unter­su­chungs­mis­si­on unter­drück­te Unter­su­chungs­er­geb­nis­se und Details über das Zustan­de­kom­men ihres Abschluss­be­richts, die auf ein noch grö­ße­res Maß an Mani­pu­la­tio­nen hin­wei­sen. Er setz­te sich am 15. Okto­ber in Brüs­sel mit einem klei­nen ver­trau­li­chen Kreis von Per­so­nen aus vier Län­dern zusam­men, um über das »regel­wid­ri­ge, unethi­sche und betrü­ge­ri­sche Ver­hal­ten« der OPCW zu infor­mie­ren. Die deut­sche Nah­ost­kor­re­spon­den­tin Karin Leu­ke­feld und der ehe­ma­li­ge Aus­lands­kor­re­spon­dent des Guar­di­an, Jona­than Steel, waren dabei und berich­te­ten in ver­schie­de­nen Medi­en dar­über (sie­he zum Bei­spiel »Whist­leb­lower – der OPCW-Bericht zum angeb­li­chen Gift­gas­an­griff in Duma ent­spricht nicht der Wahr­heit«, Nach­Denk­Sei­ten, 23.10.2019).

Der Whist­leb­lower, der sei­nen Namen nann­te, aber unter dem Pseud­onym Alex lau­fen woll­te, ist Exper­te für die Ana­ly­se che­mi­scher Waf­fen mit lang­jäh­ri­ger OPCW-Erfah­rung. Aus­führ­lich erläu­ter­te er die che­mi­schen und toxi­ko­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen sei­nes Teams, deren Ergeb­nis­se eben­falls den offi­zi­el­len fun­da­men­tal wider­sprä­chen. Tat­säch­lich habe das Team weder an den bio­me­di­zi­ni­schen noch an den Umwelt­pro­ben Spu­ren von »rele­van­ten Che­mi­ka­li­en« gefun­den. Die Unter­su­chungs­er­geb­nis­se sei­en aber weder in den Zwi­schen- noch in den Abschluss­be­richt auf­ge­nom­men wor­den. Die chlor­hal­ti­gen Che­mi­ka­li­en, die in Holz­pro­ben gefun­den wor­den sei­en, deu­te­ten auf Kon­ser­vie­rungs­mit­tel für Holz, Was­ser oder Lebens­mit­tel hin. Die in den Pro­ben gefun­de­nen Kon­zen­tra­tio­nen chlo­rier­ter orga­ni­scher Sub­stan­zen hät­ten deut­lich unter der Men­ge gele­gen, die natür­lich in der Umwelt vor­kom­men kön­ne. Im offi­zi­el­len Bericht suche man Kon­zen­tra­ti­ons­an­ga­ben ver­geb­lich. Von einem aus­rei­chen­den Beleg, dass eine gif­ti­ge Sub­stanz als Waf­fe ein­ge­setzt wor­den sei, kön­ne somit sicher­lich kei­ne Rede sein.

Nach der Rück­kehr der Team­mit­glie­der nach Den Haag hät­ten sie auf­trags­ge­mäß zügig ihren Zwi­schen­be­richt vor­ge­legt, danach aber nichts mehr von den Lei­tern der Mis­si­on gehört. Da sei ihm, so »Alex«, klar gewor­den, dass sie von der wei­te­ren Arbeit aus­ge­schlos­sen wor­den waren. Ihr Zwi­schen­be­richt sei durch einen ande­ren ersetzt wor­den, der nicht von Inspek­to­ren ver­fasst wor­den sei, die an der Unter­su­chung in Duma per­sön­lich teil­ge­nom­men hatten.

Die kalt­ge­stell­ten Inspek­to­ren ver­such­ten dar­auf­hin, ihre abwei­chen­den Erkennt­nis­se und Ana­ly­sen noch in den Abschluss­be­richt ein­fü­gen zu las­sen, jedoch ver­geb­lich. Auch die Ver­öf­fent­li­chung einer abwei­chen­den Dar­stel­lung, was ihnen an sich nach den OPCW-Sta­tu­ten zusteht, wur­de ihnen nicht gewährt. Schließ­lich sei­en Mit­glie­der des Redak­ti­ons­teams in das Büro des Kabi­nett­chefs der OPCW geru­fen wor­den, wo ihnen drei US-Beam­te vor­ge­stellt wur­den, ohne jedoch die Behör­de zu nen­nen, die sie ver­tra­ten. Die­se hät­ten ihnen nach­drück­lich ihre Sicht erklärt und dar­auf bestan­den, dass »das syri­sche Regime einen Gas­an­griff durch­ge­führt« habe. Die Inspek­to­ren hät­ten die Inter­ven­ti­on der US-Ame­ri­ka­ner als unan­nehm­ba­ren Druck und eine Ver­let­zung der OPCW-Grund­sät­ze hin­sicht­lich Unab­hän­gig­keit und Unpar­tei­lich­keit empfunden.

Die Aus­füh­run­gen von »Alex« waren nach Ein­schät­zung des Forums in Brüs­sel, dem unter ande­rem der Völ­ker­rechts­pro­fes­sor Richard Falk, von 2008 bis 2014 UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für die Men­schen­rech­te in den besetz­ten palä­sti­nen­si­schen Gebie­ten, das IPPNW-Vor­stands­mit­glied Hel­mut Loh­rer und der Chef­re­dak­teur von Wiki­leaks, Kri­stinn Hrafns­son ange­hör­ten, über­zeu­gend. In sei­ner dazu auf cou-ragefound.org und wikileaks.org ver­öf­fent­lich­ten Erklä­rung zeig­te das Forum sich »alar­miert und beun­ru­higt« über die »unak­zep­ta­ble Vor­ge­hens­wei­se […] bei der Unter­su­chung des angeb­li­chen che­mi­schen Angriffs in Duma«. »Auf­grund der umfang­rei­chen Prä­sen­ta­ti­on des Hin­weis­ge­bers, ein­schließ­lich inter­ner E-Mails, des Aus­tauschs von Tex­ten und unter­drück­ter Berichts­ent­wür­fe, äußern wir ein­stim­mig unse­re Besorg­nis über die inak­zep­ta­blen Prak­ti­ken bei der Unter­su­chung des mut­maß­li­chen che­mi­schen Angriffs in Duma«, beton­ten die Experten.

Man sei nach dem Gehör­ten »über­zeugt, dass zen­tra­le Infor­ma­tio­nen über che­mi­sche Ana­ly­sen, toxi­ko­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen, bal­li­sti­sche Stu­di­en und Zeu­gen­aus­sa­gen unter­drückt wur­den, offen­bar um eine vor­be­stimm­te Schluss­fol­ge­rung zu begün­sti­gen«. Das Forum for­der­te in sei­ner Erklä­rung, »allen Inspek­to­ren, die an der Duma-Unter­su­chung teil­ge­nom­men haben, zu ermög­li­chen, ihre abwei­chen­den Beob­ach­tun­gen in einem ange­mes­se­nen Forum der Ver­trags­staa­ten der Che­mie­waf­fen­kon­ven­ti­on vor­zu­tra­gen. […] Sie soll­ten die Mög­lich­keit haben, ihre Erkennt­nis­se ohne Angst vor Repres­sa­li­en oder Zen­sur vorzutragen.«

Die For­de­rung bekam zu Beginn der dies­jäh­ri­gen OPCW-Voll­ver­samm­lung Unter­stüt­zung durch die Ver­öf­fent­li­chung der E-Mail eines wei­te­ren Mit­glieds des Unter­su­chungs­teams in Duma. In dem Schrei­ben mit dem Betreff »Schwer­ste Beden­ken über den ‚redi­gier­ten‘ Duma-Bericht« teil­te der Absen­der OPCW-Chef Robert Fair­wea­ther mit, er sei »sehr erschüt­tert«, in wel­chem Maß der Sach­ver­halt ver­dreht wor­den sei. Ein wesent­li­cher Teil der Fak­ten und Beob­ach­tun­gen feh­le völ­lig, ande­re sei­en in etwas »völ­lig ande­res ver­wan­delt wor­den, als es ursprüng­lich for­mu­liert wor­den war«. Neben Wiki­leaks berich­te­ten auch die bri­ti­sche Dai­ly Mail und die ita­lie­ni­sche La Repu­bli­ca über das Schrei­ben und die dar­in ent­hal­te­ne detail­lier­te Infor­ma­ti­on über das Fri­sie­ren des OPCW-Berichts. Abge­se­hen von den übli­chen Aus­nah­men fin­det man in deut­schen Medi­en kei­nen Hin­weis darauf.

Ein ergän­zen­der Bei­trag unter der Über­schrift »Instru­men­ta­li­sier­te Che­mie­waf­fen­kon­trol­le?« folgt in Kürze.