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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Und jetzt noch der Abspann

Man will es ein­fach nicht glau­ben …, aber Kurt Tuchol­sky dich­te­te einst: »Es wird nach einem hap­py end /​ im Film jewöhn­lich abje­blendt. /​ Man sieht bloß noch in ihre Lip­pen /​ den Hel­den sei­nen Schnurr­bart stip­pen -- /​ da hat sie nu den Schen­tel­men. Na, un denn --?« Schluss, Aus, Fine, The End. Weit gefehlt, denn jetzt kommt noch der Film­ab­spann, wo man kurz vor Ulti­mo end­lich erfährt, wel­che Schau­spie­le­rIn­nen sich gera­de in den Armen lagen und wel­cher Regis­seur den gan­zen Blöd­sinn ver­zapft hat. Auch wer­den wir nun auf­ge­klärt, wer bei dem Schmar­ren für die Beleuch­tung und den Ton ver­ant­wort­lich war und wer als Kabel­hil­fe die Strip­pen gehal­ten hat.

Heut­zu­ta­ge ist der Abspann bei Fern­seh­sen­dun­gen mit­un­ter län­ger als die eigent­li­che Sen­dung. Nach vie­len Dank­sa­gun­gen an irgend­wel­che Unter­stüt­zer wird uns am Ende minu­ten­lang kund­ge­tan, wer die Mode­ra­to­rin oder den Show­ma­ster auf­ge­stylt und wel­che Fir­ma die Kla­mot­ten gespon­sert hat. Du mei­ne Güte, was man da alles ver­passt, wenn man vor­ei­lig auf die Fern­be­die­nung drückt. Viel­leicht soll­te man wirk­lich ein­mal län­ger sit­zen bleiben.

Aber so ein infor­ma­ti­ver Kehr­aus wäre viel­leicht auch eine Anre­gung für mei­ne Glos­sen. Hier also der Abspann für die aktu­el­le Glosse:

Idee: bei einem Glas Hass­eröder Pils – Mas­ke: ziem­lich zer­knautscht – Kostüm: beque­mer Home­dress – Beleuch­tung: Schreib­tisch­fun­zel – Ton: irgend­ei­ne Jazz-CD im Hin­ter­grund – Skript: mein Uralt-Rech­ner von Aldi – Soft­ware: heu­te mal nicht wider­spen­stig – Cate­ring: treu­sor­gen­de Ehe­frau!