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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zuschriften an die Lokalpresse

Der neue BER-Flug­ha­fen ent­wickelt sich noch nach­hal­ti­ger zum Fluch­ha­fen als gedacht! Nach den stän­di­gen Bau­ver­schlep­pun­gen durch Fehl­kal­ku­la­tio­nen und tech­ni­sche Pro­ble­me hat sich nun her­aus­ge­stellt, dass vie­le geschütz­te Sing­vö­gel gegen die Glas­fron­ten der Ter­mi­nals bret­tern und dort ihr Leben aus­zwit­schern. Das wun­dert mich nicht, dafür hät­te es kei­nes Orts­ter­mins mit Orni­tho­lo­gen bedurft. So etwas habe ich frü­her auch in mei­ner Dat­sche erlebt, obwohl da nor­ma­ler­wei­se kei­ne Flie­ger lan­den. Da habe ich ein­fach Papier­vö­gel auf die Schei­ben geklebt, und alles war tut­ti palet­ti. Eini­ge Auf­kle­ber müss­te ich noch irgend­wo fin­den; die wür­de ich den Betrei­bern der Hal­le gern zur Ver­fü­gung stel­len. Im kon­kre­ten Fal­le soll­te das BER-Manage­ment auch noch eini­ge Flug­zeug-Attrap­pen auf die Glas­flä­chen klei­stern, damit orts­un­kun­di­ge Pilo­ten nicht irr­tüm­lich in den Schei­ben lan­den. – Vero­ni­que Schwal­be (38), Orni­tho­lo­gin, 15370 Vogelsdorf

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Obwohl mir das Coro­na-The­ma schon lan­ge zum zer­knit­ter­ten Hal­se her­aus­hängt oder mit den lan­gen Haa­ren aus dem frisch auf­ge­styl­ten Kra­gen wächst, muss ich doch noch­mal dar­auf zurück­kom­men. Und zwar in Hin­sicht auf die offi­zi­el­le Beschnei­dungs­ge­neh­mi­gung, die die Behör­de den Fach­leu­ten der Bran­che unter dem Mot­to »Schluss mit der Coro­na-Mäh­ne« zum 1. März erneut erteilt hat. Die ca. 80000 bun­des­deut­schen Fri­sör­be­trie­be dür­fen sich end­lich wie­der ihren hand­werk­li­chen und sozia­len Funk­tio­nen wid­men, und ich dan­ke dem Ber­li­ner Kurier für sei­ne posi­ti­ven Kom­men­ta­re im Startex­em­plar des Lenz­mon­des März. Ja, es stimmt: Die Fri­sö­re bzw. die Damen des ver­schö­nern­den Gewer­bes sind für den Bür­ger jed­we­den Geschlechts lebens­er­prob­te Bera­ter und indi­vi­du­el­le Lei­dens­ge­fähr­ten bei beruf­li­chen, fami­liä­ren und kri­mi­nel­len Kon­flik­ten. »Fri­seu­re«, for­mu­lier­te es die Tages­zei­tung tref­fend, »sind sozia­ler Kitt und Bal­sam«. Rich­tig! Wer von uns hat das nicht schon am eige­nen Lei­be erlebt! Des­halb distan­zie­re ich mich auch auf das Schärf­ste von einer Behaup­tung des selbst­er­nann­ten Humo­ri­sten Karl Kraus aus dem glück­lich über­wun­de­nen vori­gen Jahr­tau­send: »Fri­seur­ge­sprä­che sind der unwi­der­leg­ba­re Beweis dafür, dass die Köp­fe der Haa­re wegen da sind.« Da hört für mich der Spaß auf! Jetzt freue ich mich dar­auf, mei­ne Haa­re bald wie­der schön zu haben. Ich habe mir schon zurecht­ge­legt, wel­che per­sön­li­chen Pro­ble­me ich mit mei­ner schei­tel­erfah­re­nen Fach­kraft dis­ku­tie­ren möch­te, damit sie mir mit ihrem Wis­sen und ihren Lebens­er­fah­run­gen wie­der zur Sei­te ste­hen kann.

Nach­trag: Am 2. März habe ich mich, ord­nungs­ge­mäß mas­kiert und ver­ab­stan­det, erst­mals wie­der einer haa­ri­gen Pro­ze­dur hin­ge­ge­ben. Ich weiß jetzt, dass es doch nicht die Nie­ren­stei­ne sind, die mei­ner Fri­sö­rin zu schaf­fen machen, und dass es zwi­schen ihr und ihrer Schwie­ger­mut­ter wie­der bes­ser funkt. Ich habe sie auch nicht im Unkla­ren dar­über gelas­sen, dass es zwi­schen mir und mei­ner Frau bes­ser läuft und dass wir den neu­en Wasch-auto­ma­ten nicht im Bad, son­dern in der Küche auf­ge­stellt haben. Und was ich noch sagen woll­te: Nach­dem mir Chan­tal die Ohren frei­ge­legt hat­te, konn­te ich alles bes­ser ver­ste­hen! – Nestor Kum­mer­löw (74), Rent­ner, 99310 Wach­sen­burg­ge­mein­de Haarhausen.