Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Zacken aus der Krone

Im Okto­ber 2017 stell­te Ossietzky das im sel­ben Jahr im Weid­le Ver­lag, Bonn, erschie­ne­ne und von Eva Scha­ren­berg über­setz­te Buch »Die Stil­le von Cha­gos« der auf Mau­ri­ti­us gebo­re­nen Autorin Shen­az Patel vor. Sie zeich­ne­te dar­in das Schick­sal der Cha­gos­sia­ner und ihrer Insel nach. 1810 war Mau­ri­ti­us mit Cha­gos bri­tisch gewor­den. Wäh­rend aber Mau­ri­ti­us 1968 unab­hän­gig wur­de, muss­te Cha­gos wei­ter­hin bei Groß­bri­tan­ni­en ver­blei­ben. Nun droht den Bri­ten jedoch, dass ihnen die­ser spät­ko­lo­nia­le Zacken aus der Kro­ne gebro­chen wird. Nach Berich­ten deut­scher und inter­na­tio­na­ler Medi­en von Ende Febru­ar hat der Inter­na­tio­na­le Gerichts­hof der Ver­ein­ten Natio­nen mit Sitz in Den Haag in einem Gut­ach­ten die Herr­schaft Groß­bri­tan­ni­ens über die Insel­grup­pe als ille­gal bezeich­net, denn: Als Mau­ri­ti­us sei­ne Unab­hän­gig­keit erklär­te, hät­ten die Bri­ten Cha­gos nicht von Mau­ri­ti­us tren­nen dür­fen. Das bri­ti­sche König­reich wur­de auf­ge­for­dert, die Inseln an Mau­ri­ti­us zurück­zu­ge­ben. Aller­dings ist das Gut­ach­ten nicht bin­dend, und dass es in Bäl­de in Kraft tritt, da wer­den wohl die USA davor sein: Sie haben die Haupt­in­sel gepach­tet und dort, nach­dem sie von der Bevöl­ke­rung frei­ge­räumt wor­den war, einen stra­te­gisch wich­ti­gen mili­tä­ri­schen Stütz­punkt eröff­net. Für die Cha­gos­sia­ner heißt es daher wei­ter­hin: La lot­ta con­ti­nua. (Sie­he dazu Heft 19/​2017, S. 708, »Aus dem Para­dies vertrieben«.)