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Ossietzky-Signet

Herausgegeben von Matthias Biskupek, Rainer Butenschön, Daniela Dahn, Rolf Gössner, Ulla Jelpke und Otto Köhler

Begründet 1997 von Eckart Spoo

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Weihnachten im Schloss Bellevue

FWS aus einem Fen­ster sei­nes Schlos­ses blickend:

Ihr naht euch wie­der, schwan­ken­de Gestalten,
mit denen ich Hartz IV der­einst ersann.
Klappts dies­mal wohl, die Macht so festzuhalten,
dass die Agen­da ewig knech­ten kann?
Den Ger­hard gibt der Olaf gar nicht schlecht,
bei dem ist wenig­stens die Glat­ze echt.
Und einen Oskar wirds dies­mal nicht geben –
die Bör­se jauchzt! Hoch solln die Kur­se leben!

Nur was bin ich? ICH war doch der Erfinder!
Hartz IV, Irak­krieg, Ren­ten­schmu nicht minder –
Agen­da 2010: MEIN Baby doch!
ich fall grad in ein Selbstwahrnehmungsloch.
Beim Bund war ich am Ende fast Feldwebel.
Als Mann hab ich wie alle einen Hebel,
allein – nicht vorn, wie der nor­ma­le Macker,
nur hin­ten, weil: ICHBINEINNÜSSEKNACKER!

Geräusch von einem Schlüs­sel im Schloss

Ein Schlüs­sel dreht im Schlosstürschloss
Besuch erhält der Bundesboss.
Rot ist der Man­tel, weiß der Bart:
Sozia­le Demokratenart.
»Hey Alter«, sagt der Rote. »Fang
zu reden an. Wird eh noch lang.
Stiehl uns die Zeit nicht und die Gans,
sei, Fuchs, der rech­te Phrasenglanz!«

Hoho, das hätt ich glatt verpennt!
Frank Wal­ter zu dem Mikro rennt:

Lie­ber Bür­ger, lie­be *In,
merkt ihr auch, wie froh ich bin?
Es ist Weih­nach­ten: Ich sprech
PFEFFERKUCHENGROSSESBLECH!
Und wie immer fragt ihr euch:
Wie kommt einer auf so Zeug?
Heut an die­sem schö­nen Ort
sag ich euch das Lösungswort:
PRÄSIDIALAMT! So viel Freud
kommt nur von der Teamarbeit.

Die Poli­tik, die kei­ner will,
rührt an für mich ein Dr. Phil.
Ein Pfar­rer schmeißt die But­ter rein,
ein Volks­wirt darf die Zah­len streun.
Die Nüs­se tu ich sel­ber knacken,
ein Infor­ma­tik­dok­tor muss sie hacken.
Coro­na gibt die Angstaromen,
die Wis­sen­schaft hilft mit Atomen,
ein Dich­ter lügt die Armen reich,
ein Psy­cho­lo­ge kne­tet weich,
der Koch schiebt rein, der Ofen bäckt
und mei­ne Elke holt den Sekt.
Hey, so geht Weihnachtsbäckerei!
So easy jedes Fest vorbei
und jede Chan­ce. Und jedes Leben.
Drauf lasst uns froh die Glä­ser heben!